Neuseeland : Neuer Name bringt den Job

Mit einer List ergattern arbeitslose Einwanderer in Neuseeland erste Jobs: Migranten aus Asien nehmen englische Namen an, weil Arbeitgeber das Vorurteil pflegen, Asiaten sprächen kein ordentliches Englisch.

Wellington - Die Lebensläufe von Bewerbern mit asiatischen Namen würden meist früh aussortiert, sagte der Wissenschaftler Paul Spoonley der Zeitung „Weekend Herald“ vom Samstag. Für diese Benachteiligung gebe es viele Beispiele.

Doch die Betroffenen wehren sich mit einem Trick. Sie ändern ihren Namen – und bekommen ihre Chance. Lai Ming Wang erhielt eine Stelle in einer Bank, nachdem er sich in Terence King umbenannt hatte: „Ich wurde zum Bewerbungsgespräch eingeladen, nachdem ich meinen Lebenslauf mit meinem neuen Nachnamen eingereicht hatte, und dieses Interview zu bekommen bedeutete, dass ich beweisen konnte, dass ich gut Englisch spreche und die Fähigkeiten für diesen Job habe.“ Die Zeitung zitierte eine chinesische Einwanderin, die anders als die aus Europa stammenden Absolventen ihres Computerkurses zu keinem einzigen Vorstellungsgespräch eingeladen wurde. Als die Mitschüler einer nach dem anderen eine Stelle bekamen, nahm sie den Namen Brenda Jones an. Eine andere Frau sagte, sie habe ihren Familiennamen Teoh abgelegt und nenne sich nun May, nachdem ein Personalentscheider ihr von den Vorurteilen der Arbeitgeber erzählte.

Nach offiziellen Angaben sind 21 000 oder 9,2 Prozent der Neuseeländer asiatischer Herkunft arbeitslos. Von mehr als 2000 Menschen, die laut „Weekend Herald“ zuletzt ihren Namen änderten, stammten die meisten aus Asien. Neuseelands Integrationsbeauftragter Joris de Bres betonte, die Ablehnung von Bewerbern aufgrund ihrer Herkunft sei rechtswidrig: „Das bringt Menschen um die Chance, nach ihren Fähigkeiten beurteilt zu werden.“ dpa

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