New Hampshire : Geiseldrama in Clinton-Wahlkampfbüro unblutig beendet

Ein offenbar psychisch kranker Kidnapper hatte mehrere Wahlhelfer der demokratischen Präsidentschaftsanwärterin Hillary Clinton in seine Gewalt gebracht. Sie will ihren Wahlkampf trotz des Vorfalls wie geplant weiter führen.

WashingtonSie erwäge weder ihre Kampagne noch ihren Terminplan zu ändern, sagte Hillary Clinton am Freitagabend. In Rochester hatte am Nachmittag ein Mann mehrere Menschen in seine Gewalt gebracht. Fünf Stunden später ergab er sich der Polizei. Clinton reiste nach dem Ende der Geiselnahme nach Rochester, um Freigelassene und deren Familien zu treffen und den Einsatzkräften ihren Dank auszusprechen.

"Für mich und meine Wahlkampfhelfer war es ein sehr harter und schwieriger Tag", sagte Clinton. Sie sei stolz auf freiwilligen Helfer in ihrem Büro, die in die Hände des Geiselnehmers geraten waren. Sie hätten in einer Extremsituation "außergewöhnliche Tapferkeit" gezeigt, sagte Clinton. "Solche Vorfälle passieren leider von Zeit zu Zeit." Die Freigelassen hätten bei einem Treffen mit ihr Erleichterung über das unblutige Ende der Geiselnahme ausgedrückt. Über den mutmaßlichen Täter, einem psychisch kranken Mann, sagte Clinton: "Es scheint so, als habe er Hilfe gebraucht und auf dem falschen Weg Aufmerksamkeit gesucht."

Zweifel an Echtheit des Sprengstoffs

Zunächst blieb weiter unklar, ob der Mann, wie Zeugen berichtet hatten, mit Sprengstoff bewaffnet war. Auch zur Zahl der Geiseln machte die Polizei keine Angaben. Ein örtlicher Fernsehsender hatte am Nachmittag berichtet, der Mann habe zunächst zwei Menschen und anschließend eine dritte Geisel freigelassen. Am Abend zeigte das US-Fernsehen Bilder, auf denen der mutmaßliche Täter mit erhobenen Händen aus dem Gebäude trat, sich hinkniete und dann von der Polizei abgeführt wurde.

Clinton, die sich zur Zeit der Geiselnahme in Washington aufhielt und von dort die Entwicklungen mehrere Stunden lang verfolgt hatte, gilt als aussichtsreiche Bewerberin der Demokraten für die Kandidatur bei den US-Präsidentschaftswahlen im November 2008. (imo/AFP)

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