New York : "Ground Zero"-Projekt verzögert sich

Der Neubau des bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zerstörten World Trade Centers verzögert sich massiv. Ursprünglich sollten die Wolkenkratzer bis zum zehnten Jahrestag der Anschläge errichtet sein. Jetzt rechnen viele mit einer bis zu drei Jahre längeren Bauzeit.

WTC
Der Neubau in New York wird auch wesentlich teuerer als geplant. -Foto: AFP

New York Die Verantwortlichen rechnen beim Neubau der geplanten Wolkenkratzer auf dem Gelände mit massiven Verzögerungen. Der bislang angesetzte Zeitplan sei "nicht realistisch", sagte Chris Ward, Leiter der Hafenbehörde von New York und New Jersey, dem das Gelände gehört. Zuvor hatte das "Wall Street Journal" berichtet, die Bauarbeiten würden ein bis drei Jahre länger dauern als geplant. Außerdem würden die Baukosten drei Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) höher ausfallen als erwartet. Ursprünglich seien Kosten in Höhe von 15 Milliarden Dollar veranschlagt gewesen.

Die Verzögerungen bedeuten, dass das so genannte "Ground Zero"-Projekt nicht bis zum 10. Jahrestag der Terroranschläge 2011 fertiggestellt sein wird. Ward wollte kein neues Datum für das Ende der Bauarbeiten nennen. Dies würde nur "neue unrealistische Erwartungen" schüren, sagte er bei der Pressekonferenz in New York. Ward mahnte "effizientere und zentralisierte Entscheidungsstrukten" an, um das Projekt erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Nach offiziellen Angaben sind 19 verschiedene Behörden, 101 Bauunternehmen und 33 Architekten an der Riesenbaustelle im Herzen Manhattans beteiligt.

Kritiker befürchten neue Anschläge

Der Gouverneur des Bundesstaats New York, David Paterson, sagte, er wolle nun keine Schuldigen suchen, sondern die Probleme bei den Bauarbeiten zügig angehen. "Ich glaube, dass die Opferfamilien ein Denkmal verdienen, das dem Heldentum und der Aufopferung an jenem Tag entspricht", sagte Paterson. "Und ich glaube, dass die Stadt New York ein neu belebtes Gelände verdient, das unsere Position als Wirstchaftshauptstadt der Welt sichert."

Die Bauarbeiten auf dem World Trade Center-Gelände hatten sich bereits durch einen erbitterten Streit zwischen dem Pächter Larry Silverstein und der Hafenbehörde über die Verantwortlichkeiten bei der Neubebauung verzögert. Silverstein hatte das World Trade Center nur sechs Wochen vor den Terroranschlägen für 99 Jahre gepachtet. Der Pächter hatte lange darauf bestanden, dass er allein dazu berechtigt sei, das Gelände neu zu bebauen. Die Behörden trauten ihm aber nicht zu, die Baukosten aufzubringen.

Im April 2006 konnten schließlich die Arbeiten für den Freedom Tower (Freiheitsturm), dem Herzstück des neuen Hochhaus-Komplexes, beginnen. Die Gebäude sollen sich am Ende um ein Mahnmal gruppieren, das an die fast 3000 Toten der Anschläge in New York vom 11. September 2001 erinnert. Kritiker fürchten, der 541 Meter hohe Freedom Tower sei eine mögliche Zielscheibe für neue Anschläge. (küs/AFP)

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