• „New York Magazine“: 35 mutmaßliche Opfer von Bill Cosby sprechen in US-Magazin

„New York Magazine“ : 35 mutmaßliche Opfer von Bill Cosby sprechen in US-Magazin

US-Schauspieler Bill Cosby gerät wegen Vergewaltigungsvorwürfen immer mehr unter Druck. 35 Frauen, die Cosby des Missbrauchs bezichtigen, sind nun auf dem Cover des "New York Magazine" zu sehen. Es könnten nicht die letzten gewesen sein.

Entertainer Bill Cosby.
Entertainer Bill Cosby.Foto: dpa

Ernste Gesichter, die Hände auf dem Schoß: Das renommierte „New York Magazine“ hat für sein Cover 35 Frauen abgelichtet, die den Komiker Bill Cosby des sexuellen Missbrauchs beschuldigen. Das Schwarz-Weiß-Foto zeigt sie auf Stühlen sitzend und trägt den Titel: „Cosby: Die Frauen. Eine unerwünschte Schwesternschaft“. In dem Heft vom Montag berichten die Frauen von persönlichen Erlebnissen mit dem US-Schauspieler, der in der Missbrauchsaffäre seit Monaten immer stärker unter Druck gerät.

„Ich habe keine Angst mehr. Ich fühle mich stärker als er“, wird Chelan Lasha zitiert, die angibt, 1986 von Cosby vergewaltigt worden zu sein. „Ich habe mich geschämt“, erklärt Louisa Moritz. Das Magazin arbeitete nach eigenen Angaben sechs Monate lang an der Geschichte. Der Star der 80er-Jahre-Sitcom „The Cosby Show“, in der er das Oberhaupt einer kinderreichen Arztfamilie spielte, hatte in der Vergangenheit Vorwürfe sexueller Vergehen vehement bestritten.

Die Gläubwürdigkeit Cosbys ist angezählt - es wurden Protokolle eines Gerichtsverfahrens öffentlich, in denen er zugibt, Frauen unter Drogen gesetzt zu haben, um dann mit ihnen Sex zu haben. Cosby betonte, es habe sich um "einvernehmlichen" Geschlechtsverkehr gehandelt.

Auch US-Präsident Barack Obama und die Schauspielerin Whoopi Goldberg ließen Cosby fallen, seinen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood darf die TV-Legende hingegen (bislang) behalten. Mehrere Institutionen haben ihre Zusammenarbeit mit Cosby gekündigt. Das Spelman College in Georgia nahm nun Abstand von einer nach Cosby benannten Stelle und gab das für eine Professur gedachte Geld zurück.

Die Homepage des Magazins war am Montag teilweise überlastet. Dort erzählt jede einzelne der Frauen ihre Geschichte. Viele von ihnen hätten sich hilflos gefühlt, niemand habe ihnen geglaubt. Nun wollen die Opfer jedoch nicht mehr schweigen und ihr Gesicht zeigen - und sie wollen weiteren mutmaßlichen Opfern Mut machen, sich ebenfalls zu melden. Deswegen ist auf dem Titelfoto auch ein leerer Stuhl zu sehen. Er steht symbolisch für alle, die sich erst noch melden werden und sich bisher nicht getraut haben. rok (mit dpa)

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