New York : "Wunder auf dem Hudson" - 155 Menschen überleben Notlandung

UPDATE Mit einer dramatischen Rettungsaktion mussten am Donnerstagabend 155 Insassen aus einem Flugzeug gerettet werden, das drei Minuten nach dem Start in den Hudson-River bei New York gestürzt war. Beide Triebwerke waren nach dem Start vom Flughafen LaGuardia ausgefallen. Ein Vogelschwarm könnte Auslöser für den Unfall gewesen sein.

airbus hudson river
Glück für die Passagiere: Bei der Notlandung im Hudson River wird keiner verletzt. -Foto: dpa

New YorkDie spektakuläre Notlandung eines vollbesetzten Flugzeugs im New Yorker Hudson-Fluss haben am Donnerstag alle 155 Insassen überlebt. Nach Angaben der US-Behörden wurden die Menschen teilweise mit leichten Verletzungen aus dem eiskalten Wasser geborgen. Beide Triebwerke des Airbus 320 waren kurz nach dem Start auf dem New Yorker Flughafen LaGuardia ausgefallen. Eine Sprecherin der Bundesluftfahrtbehörde FAA sagte, möglicherweise habe ein Schwarm Wildgänse den Ausfall der Triebwerke verursacht. Eine Bestätigung dafür lag zunächst nicht vor. Ein Terroranschlag wurde ausgeschlossen.

Der Flugzeugbauer Airbus will wegen des Unfalls mehrere Experten für Flugsicherheit entsenden. Diese sollen den
Ermittlern technische Unterstützung leisten, teilte das Unternehmen am Freitag. Das Flugzeug war nach Angaben des
Unternehmens vor zehn Jahren, im August 1999, an die Fluggesellschaft US Airways ausgeliefert worden. Über mögliche Unfallursachen wollte Airbus sich nicht äußern.

Nach Angaben des Nachrichtensenders CNN war die Maschine der Fluggesellschaft US Airways auf dem Weg vom New Yorker Flughafen LaGuardia nach Charlotte im Bundesstaat North Carolina. Der Passagier Alberto Panero sagte CNN, er habe kurz nach dem Start einen lauten Knall gehört. Es habe nach Rauch oder Feuer gerochen. Der Flieger sei daraufhin in eine andere Richtung geflogen. Wenig später sei die Maschine im Wasser aufgeschlagen und habe dort getrieben.

Menschen retten sich auf die Flügel der Maschine

Zum Zeitpunkt des Unglücks waren es in New York minus sechs Grad Celsius. US-Fernsehsender zeigten Bilder von der Maschine im eisigen Wasser des Hudson vor der Kulisse Manhattans. Auf den Flügeln des Airbus 320 waren Menschen zu sehen, die dann von Schiffen aufgenommen wurden. Die Küstenwache warf Rettungswesten ins Wasser. Über der Unglücksmaschine kreisten Polizeihubschrauber. Nach und nach wurden die Menschen in Sicherheit gebracht.

Laut CNN erlitt eines der Crew-Mitglieder einen Schnitt am Bein, mehrere Passagiere würden wegen Unterkühlung behandelt. Andere erlitten Knochenbrüche.

Das Flugzeug wurde an den Kai geschleppt und dort vertäut. Die FAA-Sprecherin sagte, Taucher hätten sich davon überzeugt, dass niemand mehr in dem Wrack war. US-Präsident George W. Bush lobte in einer Erklärung die "Fertigkeiten und das Heldentum der Besatzung“. Er dankte auch den Rettern, darunter mehrere private Fähren, die die Flugzeugpassagiere sofort aufnahmen. Bloomberg lobte vor allem den Piloten. Er habe einen "wundervollen Job“ gemacht. Er sei das Flugzeug zweimal abgegangen und habe sich vergewissert, dass niemand mehr an Bord sei, bevor er selbst die Maschine verlassen habe.

Bei dem Piloten handelte es sich um den ehemaligen Kampfjetpiloten Chesley Sullenberger (57). "Wir hatten ein Wunder auf dem Hudson“, sagte der New Yorker Gouverneur David Paterson. Vor 27 Jahren war eine Boeing 737 kurz nach dem Start in einem Schneesturm gegen eine Brücke über den Potomac in Washington geflogen und anschließend ins Wasser gestürzt. Dabei waren 78 Menschen ums Leben gekommen. (sp/AFP/dpa)

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