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Newsblog zu Bad Aibling : Zugunglück in Bayern: Zahl der Todesopfer steigt auf zehn

In Oberbayern sind zwei Züge auf einer eingleisigen Strecke kollidiert. Es gab mindestens zehn Tote und viele Verletzte. Die Entwicklungen im Newsblog.

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Rettungskräfte bergen einen Verletzten.
Rettungskräfte bergen einen Verletzten.Foto: Uwe Lein/dpa

Bei einem schweren Zugunglück bei Bad Aibling in Oberbayern sind am Dienstagmorgen mindestens zehn Menschen getötet worden. Etwa 100 Fahrgäste wurden bei dem Zusammenstoß zweier Nahverkehrszüge des Verkehrsunternehmens Meridian auf einer eingleisigen Strecke verletzt, 18 davon schwer. Die Unfallursache ist unklar.

+++ CDU sagt Merkel-Auftritt an Aschermittwoch ab: Angesichts des Zugunglücks in Bayern sagt auch die CDU eine Veranstaltung zum Politischen Aschermittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern ab. Das teilte die CDU-Zentrale am Dienstagabend in Berlin mit. Währenddessen haben auch die Freien Wähler die Absage ihrer Veranstaltung bekanntgegeben.

+++ Zahl der Opfer steigt auf zehn: Ein weiterer Mensch starb im Laufe des Tages in einem Krankenhaus, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Dienstagabend mitteilte. Eine weitere Person werde noch in den Zugwracks vermisst. „Wir haben wenig Hoffnung, diese lebend zu bergen“, sagte ein Polizeisprecher.

+++ CSU-Generalsekretär im bayerischen Rundfunk:

+++ Merkel und Gabriel wollen wie geplant beim Politischen Aschermittwoch auftreten: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Chef Sigmar Gabriel halten an ihren Auftritten beim Politischen Aschermittwoch in Mecklenburg-Vorpommern beziehungsweise Rheinland-Pfalz fest. Das wurde am Dienstag aus Parteikreisen bestätigt. Nach dem schweren Zugunglück von Bad Aibling in Bayern hatten die CSU und dortige Parteien den traditionellen Politischen Aschermittwoch abgesagt.

Merkel wird am Mittwoch beim 21. Aschermittwochstreffen der CDU in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern erwartet. Die Partei rechnet mit rund 1500 Besuchern und klaren Worten der Kanzlerin zu aktuellen Themen, vor allem in der Flüchtlingskrise. SPD-Parteichef Gabriel will eine doppelte Aschermittwochsrede halten. Mittags in Mainz bei einer Wahlkundgebung mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer, abends mit NRW-Ministerpräsidenten Hannelore Kraft in Nordrhein-Westfalen.

Auch die Grünen-Bundesvorsitzende Simone Peter werde wie geplant am Abend in Mainz auftreten, hieß es aus der Partei. In Rheinland-Pfalz und zwei anderen Bundesländern wird am 13. März ein neuer Landtag gewählt.

+++ Auch SPD, Grüne, Linke und FDP sagen Politischen Aschermittwoch ab: Nach der CSU haben auch andere Parteien am Dienstag ihre traditionellen Kundgebungen zum Politischen Aschermittwoch abgesagt. Der Politische Aschermittwoch lebe "von der Auseinandersetzung und dem Schlagabtausch der Parteien", erklärte Bayerns SPD-Chef Florian Pronold. "Dafür ist heute und morgen kein Raum."

Die zentrale SPD-Veranstaltung zum Aschermittwoch hätte wie üblich in Vilshofen stattfinden sollen, als Hauptredner war Parteivize Olaf Scholz vorgesehen. Auch die Linkspartei sagte ihre Veranstaltung ab; auf der Kundgebung in Passau hätten eigentlich Parteichef Bernd Riexinger und Fraktionschef Dietmar Bartsch sprechen sollen.

Die bayerischen Grünen verzichteten auf ihren Politischen Aschermittwoch in Landshut, wo Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth hätte sprechen sollen. "Wir wollen die tiefe Trauer um die Opfer dieses schrecklichen Unglücks und unser Mitgefühl mit den Hinterbliebenen und vielen Verletzten ausdrücken", erklärte Roth. "Dafür ist der Politische Aschermittwoch der falsche Rahmen." Die derzeit nicht im bayerischen Landtag vertretene FDP gab ihren Rückzug auf Facebook bekannt. Die Freien Wähler haben sich noch nicht geäußert.

+++ CSU sagt traditionellen Politischen Aschermittwoch ab: Wegen des Zugunglücks von Bad Aibling hat die CSU ihren traditionellen Politischen Aschermittwoch abgesagt. Dies meldet das Parteiorgan "Bayernkurier" und zitiert CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer mit den Worten: "Aus Respekt vor den Opfern des tragischen Zugunglücks findet der morgige Politische Aschermittwoch der CSU nicht statt."

+++ Kanzlerin hofft auf rasche Klärung der Ursachen: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bestürzt über das schwere Zugunglück in Bayern gezeigt und die Hoffnung auf eine rasche Aufklärung der Ursachen geäußert. "Ich vertraue darauf, dass die zuständigen Behörden alles daran setzen werden, aufzuklären, wie es zu diesem Unglück kommen konnte", erklärte die Kanzlerin am Dienstag in Berlin. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) habe sie über seinen Besuch am Unglücksort und den Stand der Ermittlungen informiert. "Mein Mitgefühl gilt vor allem den Familien der neun Menschen, die dabei ihr Leben verloren haben", erklärte Merkel. "In Gedanken bin ich auch bei den zahlreichen Verletzten, die mit den Folgen des Unglücks ringen." Sie wünsche ihnen eine schnelle und möglichst vollständige Genesung. Die Kanzlerin dankte den Einsatz- und Rettungskräften, "die sich unter schweren Bedingungen um die Verunglückten gekümmert haben".

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Tote bei Zugkollision in Oberbayern

+++ Bahn: Sicherungssystem erst vor einer Woche kontrolliert: Das den Bahnverkehr in Deutschland sichernde System "Punktförmige Zugbeeinflussung" (PZB) war im Fall des Zugunglücks von Bad Aibling erst vor rund einer Woche technisch überprüft worden. Dabei habe es keine Probleme gegeben, sagte der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn (DB) für Bayern, Klaus-Dieter Josel. Bei dem System empfängt ein Gerät im Zug Signale von Magneten im Gleisbett. Die Magneten sind mit einem ersten Vorsignal und dem 1000 Meter weiter stehenden Hauptsignal verkabelt. Steht das Hauptsignal auf Rot, zeigt dies auch bereits das Vorsignal an. Der Lokführer muss mit einer Taste bestätigen, dass er dies bemerkt hat, sonst bremst ihn die Technik ab. Rollt der Zug über das rote Hauptsignal, wird ebenfalls eine Zwangsbremsung ausgelöst.

+++ FC Bayern München bestürzt: Der FC Bayern München hat mit Bestürzung auf das Zugunglück in Bad Aibling reagiert. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern des tragischen Zugunglücks bei Bad Aibling und ihren Familien", teilte der deutsche Fußball-Rekordmeister am Dienstag bei Twitter mit.

+++ 20 Notfallseelsorger vor Ort. An der Unglücksstelle sind neben Polizei, Sanitätern und Feuerwehr auch 20 katholische und evangelische Seelsorger tätig, erklärte der Beauftragte für Notfallseelsorge in Bayern, Hanjo von Wietersheim. Weitere Kräfte seien "in Alarmbereitschaft". Die Notfallseelsorger vor Ort hätten bereits die Unverletzten und Angehörigen vor Ort betreut sowie Sammelstellen für Angehörige eingerichtet und Todesnachrichten an Angehörige überbracht. Zusätzlich würden sich gerade viele Seelsorger darauf vorbereiten, nach dem Einsatz die vielen Einsatzkräfte zu betreuen. Eine Sprecherin des Erzbistums sagte, dass auch die Feuerwehrseelsorge vor Ort sei. Von Wietersheim betonte, Notfallseelsorger seien bei einem derart "ungewöhnlichen und grässlichen Ereignis" besonders wichtig. Mit einer "solchen Ausnahmesituation klarzukommen" sei für die Verletzten, Angehörigen und die Rettungskräfte sehr schwierig.

+++ Gerüchte über "Bekannte" im Fahrstand. In Nachfragen erwähnt ein Journalist in der Pressekonferenz Gerüchte, nach denen sich im Fahrstand eines der Züge "Bekannte" eines Zugführers befunden hätten. Die Minister und die Einsatzleiter können dieses Gerücht nicht bestätigen. Nach Angaben von des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) hätten sich die Züge fahrplanmäßig in dem Ort Kolbermoor begegnen sollen. "Warum es eine Abweichung vom Fahrplan gab, muss jetzt ermittelt werden", sagte er.

+++ Seehofer: "Eine Tragödie für unser ganzes Land". Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat sich tief betroffen gezeigt über das Zugunglück: "Meine Gedanken sind bei den Opfern dieser schweren Katastrophe und ihren Angehörigen, denen ich mein tiefes Mitgefühl ausspreche", sagte Seehofer laut Mitteilung der bayerischen Staatsregierung. "Das ist eine Tragödie für unser ganzes Land, die uns mit Trauer und Entsetzen erfüllt."

+++ Zwei Menschen werden noch vermisst. Das erklärt der Einsatzleiter.

+++ "Schwere Stunde in der Geschichte des Zugverkehrs": Dobrindt spricht von einer "schweren Stunde in der Geschichte des Zugverkehrs in Deutschland". Dobrindt, der vor Ort die Unfallstelle besucht hat, berichtete davon in der Pressekonferenz: "Das sind Bilder, die einen natürlich auch sehr stark emotional belasten, weil man sich nicht vorstellen kann, dass solche Unglücke auch bei uns vorkommen können."


+++ Bayerischer Innenminister dankt den Helfern. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann dankte den etwa 500 Rettungs- und Hilfskräften der Feuerwehren und der Rettungsdienste, der Bergwacht und des Technischen Hilfswerks, die zum Teil über das Wasser des Flusses Mangfall zum Unglücksort kommen mussten. Die Helfer und Helferinnen seien neben den technischen Herausforderungen an der schwer zugänglichen Unfallstelle bei ihrer Arbeit auch immensen psychischen Belastungen ausgesetzt. Die beiden Züge seien fahrplangemäß unterwegs gewesen, erklärte der Minister. Die Rettungskräfte und Helfer waren bereits wenige Minuten nach dem Unfall vor Ort.

+++ Pressekonferenz beginnt: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sowie andere Behördenvertreter geben im Rathaus von Bad Aibling eine Pressekonferenz. Dobrindt spricht nach dem Besuch der Unfallstelle von einem schrecklichem Bild. "Die Züge müssen wohl mit hoher Geschwindigkeit aufeinandergeprallt sein." Die Unfallstelle liege in einer Kurve. Die Höchstgeschwindigkeit der Strecke liege bei 100 Kilometern in der Stunde. Die Strecke sei mit einem automatischen Zugsicherungssystem ausgestattet. Zudem habe es in den vergangenen Jahrzehnten "massive Verbesserungen in der Zugsicherungstechnik" gegeben, so dass mit Blick auf die Technik und die geltenden Vorschriften "ein solches Unglück, wo sich zwei gegenläufige Züge auf dem gleichen Gleis befinden, eigentlich nicht mehr vorkommen kann". Angaben zur Ursache des Unglücks macht Dobrindt nicht. Dazu müssten noch die Blackboxen der beiden Züge ausgewertet werden.

+++ Aufruf zu Blutspenden nach Zugunglück in Oberbayern: Der Blutspendendienst München hat wegen des schweren Zugunglücks in Oberbayern am Dienstag dazu aufgerufen, Blut zu spenden. Derzeit bestehe "akut ein deutlich erhöhter Bedarf an lebensrettenden Blutkonserven", hieß es auf der Homepage. Spender sollten mobile Spendentermine wahrnehmen oder in die Blutspendezentrale kommen.

+++ Dobrindt macht keine Angaben zur Ursache von Zugunglück: Nach dem Zugunglück in Oberbayern ist weiter unklar, warum die beiden Regionalzüge zusammengestoßen sind. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sagte am Dienstagmittag nahe der Unglücksstelle, man müsse klären, wo technisch oder menschlich die Ursache liege.

+++ Zahl der Todesopfer steigt weiter: Bei dem Zugunglück in Bad Aibling sind mindestens neun Menschen getötet worden. Das sagte Polizeisprecher Jürgen Thalmeier in Bad Aibling. Außerdem gebe es 63 Leichtverletzte sowie 18 schwerer Verletzte. Zwei Menschen würden vermisst und seien wahrscheinlich noch in den Trümmern der Züge.

Schweres Zugunglück bei Bad Aibling
Rettungskräfte stehen an der Unfallstelle des Zugunglücks bei Bad Aibling, bei dem mehrere Menschen ums Leben gekommen sind.
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1 von 15Foto: Peter Kneffel/dpa
09.02.2016 10:09Rettungskräfte stehen an der Unfallstelle des Zugunglücks bei Bad Aibling, bei dem mehrere Menschen ums Leben gekommen sind.

+++ Beide Lokführer und zwei Zugbegleiter tot: Kurz vor Beginn der Pressekonferenz berichtet der Bayerische Rundfunk unter den Toten seien nach Angaben der Polizei die beiden Lokführer und die beiden Zugbegleiter. Von den Verletzten schweben demnach rund 15 in Lebensgefahr. 40 Menschen sind schwer, rund 90 leicht verletzt. Kurz vor 12 Uhr holten die Retter den Angaben zufolge die letzten Passagiere aus den Waggons. Wegen des schwer zugänglichen Geländes war auch die Bergwacht im Einsatz. Verletzte wurden mit Hilfe von Seilwinden und Hubschraubern gerettet.

+++ Bayerns Innenminister: "Eines der großen Eisenbahnunglücke": Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat sich von dem schweren Zugunglück im oberbayerischen Bad Aibling schockiert gezeigt. Mindestens acht Menschen seien bei dem Zusammenstoß zweier Züge ums Leben gekommen, 55 Insassen schwer verletzt worden. "Wir wissen nicht, ob nicht noch mehr Tote in den verkeilten Zügen gefunden werden. Das ist wirklich schrecklich", sagte Herrmann am Dienstag in Nürnberg. "Das ist schon eines der großen Eisenbahnunglücke in der jüngeren Vergangenheit in Deutschland und speziell bei uns in Bayern."

+++ Retter erreichen Triebwagen: Die Retter sind in die ineinander verkeilten Triebwagen der beiden zusammengestoßenen Züge vorgedrungen. Weitere Todesopfer seien noch immer nicht auszuschließen, heißt es von den Einsatzkräften. Die Rettung der Opfer von der Unglücksstelle in einem schwer zugänglichen Waldstück gestaltet sich schwierig, da die Gleise direkt neben dem Flüsschen Mangfall an einer Hangkante liegen.

+++ Einer der Lokführer unter den Toten: Unter den Toten ist nach Informationen des Bayerischen Rundfunks (BR) auch einer der beiden Lokführer. Der andere Lokführer wird demnach noch vermisst. Die Einsatzkräfte befürchten, dass sie in den ineinander verkeilten Wracks weitere Tote finden werden.

+++ Weitere Todesopfer: Bei dem schweren Zugunglück in Bayern hat sich die Zahl der Todesopfer auf acht erhöht. Das sagte ein Sprecher der Landespolizei.

+++ Bahn-Chef bestürzt: Bahn-Chef Rüdiger Grube hat den Verletzten und Angehörigen des schweren Zugunglücks sein tiefes Mitgefühl ausgesprochen. "Wir sind tief bestürzt über den Unfall", sagte Grube laut  Mitteilung. "Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Toten und bei den Verletzten." Grube dankte den Rettungskräften und Helfern vor Ort.

+++ Notrufnummer: Die Polizei und der Betreiber der Meridian-Züge haben Notrufnummern für Angehörige eingerichtet: 0395/43084390 und 08031/2003180.

+++ Bergungsarbeiten dauern an: Laut Bundespolizei sind noch immer einige Verletzte in dem Zug eingeklemmt. Die Bergung sei schwierig, da die Züge auf einem Damm kollidiert sind und das Gelände nicht so leicht zugänglich sei.

+++ Lage auch Stunden nach dem Unglück nicht völlig klar: Die Rettungskräfte haben offenbar auch drei Stunden nach dem Unglück an einer schwer zugänglichen Stelle keinen kompletten Überblick.

+++ Weitere Todesopfer werden befürchtet: Wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet, sind nach Angaben von Polizeisprecher Jürgen Thalmeier unter den Verletzten 15 Menschen mit schwersten Verletzungen. Deshalb schloss er nicht aus, dass die Zahl der Toten noch steigen wird. Über die Identität der Toten ist noch nichts bekannt. 40 Menschen sind demnach schwer, rund 100 leicht verletzt. Es sind Dutzende Rettungsfahrzeuge und- hubschrauber im Einsatz.

+++ Chef der Bayerischen Oberlandbahn: "Der Unfall ist ein Riesenschock": Nach dem schweren Zugunglück am Dienstagmorgen in Oberbayern hat sich der Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) geäußert. "Der Unfall ist ein Riesenschock für uns. Wir tun alles, um den Reisenden, Angehörigen und Mitarbeitern zu helfen", sagte Bernd Rosenbusch laut Mitteilung. Die BOB betreibt die Züge auf der Unfallstrecke.

+++ Österreich hilft mit Rettungskräften und Hubschraubern: Das österreichische Bundesland Tirol stellt Bayern zur Bewältigung des schweren Zugunglücks Rettungskräfte und Notarzthubschrauber zur Verfügung. Mitarbeiter des Roten Kreuz seien alarmiert und auf dem Weg zur Unglücksstelle, berichtete die Landesregierung am Dienstag. Die Leitstelle Rosenheim habe außerdem bereits vier Notarzthubschrauber angefordert. Auch das Krankenhaus in Kufstein nahe der deutschen Grenze stehe für die Übernahme und Versorgung von Verletzten bereit.

+++ Mindestens vier Tote: Die Zahl der Todesopfer hat sich nach Angaben der Polizei von zwei auf vier erhöht. Um 12 Uhr soll es eine Pressekonferenz im Rathaus von Bad Aibling geben. Über die Unglückursache auf der eingleisigen Strecke gibt es noch keine Erkenntnisse.

+++ Unglück zwischen Holzkirchen nach Rosenheim: Das Unglück ereignete sich am Morgen auf der Strecke von Holzkirchen nach Rosenheim. An dem Unfall nahe Bad Aibling waren zwei Züge beteiligt. Ein Zug sei in der Nähe des Klärwerks entgleist, mehrere Waggons umgestürzt, sagte ein Polizeisprecher. Nach zunächst unbestätigten Informationen von der Unfallstelle sei ein Mensch eingeklemmt worden.

+++ Die Strecke wird von der Bayerischen Oberlandbahn betrieben: Die verunglückten Züge werden von der Bayerischen Oberlandbahn GmbH unter der Marke Meridian. betrieben. Die Bayerische Oberlandbahn gehört zum französischen Eisenbahnunternehmen Transdev. Die Transdev GmbH in Deutschland mit mehr als 5000 Mitarbeitern und einem Umsatz von knapp 850 Millionen Euro bezeichnet sich als größter privater Nahverkehrsanbieter im lokalen Bahn- und Busbereich in Deutschland.

+++ Viele Rettungskräfte im Einsatz: Mehrere Hundert Einsatzkräfte sind vor Ort, um sich um die Verletzten zu kümmern. In der Nähe des Ortseinganges standen acht Hubschrauber auf einer Wiese, zahllose Rettungswagen waren unterwegs zur Unglücksstelle.

+++ Eschede 1998 bisher schwerstes Zugunglück: Zum bisher schwersten Unglück in der Geschichte der Deutschen Bahn kam es am 3. Juni 1998. Damals entgleiste zwischen Hannover und Hamburg, auf der Höhe des Heidestädtchens Eschede, bei 200 Stundenkilometern der ICE "Wilhelm Conrad Röntgen" mit zwölf Waggons. Grund war ein defekter Radreifen. Der Zug schleuderte gegen eine Brücke, die einstürzte und einen Waggon unter ihrem tonnenschweren Gewicht begrub. Die nachfolgenden Wagen schoben sich im Zickzack zusammen, manche türmten sich zehn Meter hoch oder wurden von Betonteilen zerquetscht. In diesem Knäuel aus Glas, Stahl und Beton starben 101 der 220 Reisenden, 105 wurden verletzt. Rund 1200 Ärzte, Sanitäter, Soldaten, Feuerwehrleute, Anwohner und Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks waren ununterbrochen im Einsatz. (AFP, dpa, rtr, Tsp)

Dieses Foto soll am Unglücksort entstanden sein. Es kursiert bei Twitter.
Dieses Foto soll am Unglücksort entstanden sein. Es kursiert bei Twitter.Foto: Twitter