Welt : Nick Cave: "No More Shall We Part"

Eine der schönsten Zeilen singt Nick Cave, der große schlanke Schweiger aus Australien, gleich zu Beginn: "I could not wipe the smile from my face / As I sat sadly by her side." Man kann es förmlich sehen, wie er neben der enttäuschten Frau sitzt und lächeln muss, weil sie ihm sagt, dass es vollkommen egal sei, was er von der Welt halte. Er weiß ja, dass es so ist. "Wenn mir sonst nichts einfällt", erklärte er dem "Rolling Stone", "trete ich vor die Tür und schaue, was draußen ist. Und das ist kein schöner Anblick." Dennoch ist "No More Shall We Part" (Mute) ein Album voller Zuneigung, kaum zu vergleichen mit den finsteren Krachkulissen früherer Zeiten. Die elegischen Langballaden entstanden am Klavier und Cave trägt sie mit minimalem Aufwand vor. Beinahe vier Jahre benötigte der trübsinnig-verschlossene Musiker, um wieder eine Platte zu machen. Sie vermeidet das Pathos des süffisant leidenden Flaneurs, der so gerne an etwas Vernünftigem Teil hätte. Aber sie handelt davon.

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