Nicolas Sarkozy : Keine Stimme von Cécilia

Die Frau des künftigen französischen Staatschefs, Cécilia Sarkozy, hat beim zweiten Wahlgang auf eine Stimmabgabe verzichtet. Ein Faux Pas, den viele Zeitungen lieber verschweigen.

Paris - Die französische Sonntagszeitung "Journal du Dimanche" (JDD) verzichtete auf die Veröffentlichung von Informationen, nach denen die Frau des künftigen Staatschefs Nicolas Sarkozy am 6. Mai auf die Stimmabgabe verzichtet haben soll. Entsprechende Angaben aus dem Internet bestätigte JDD-Chefredakteur Jacques Espérandieu. Er habe diese Entscheidung getroffen, weil es nicht möglich gewesen sei, von Cécilia Sarkozy eine Stellungnahme zu erhalten. Im übrigen sei die Beteiligung an einer Wahl eine "persönliche Entscheidung" und gehöre somit der Privatsphäre an.

"Ich habe beschlossen, diesen Artikel nicht zu veröffentlichen und übernehme dafür die Verantwortung", betonte Espérandieu. Ein Sprecher Sarkozys wies unterdessen Angaben aus dem Internet zurück, wonach Druck auf die Zeitung ausgeübt worden sein soll. "Das ist falsch", sagte Sarkozys Kommunikationsberater Franck Louvrier.

Pikante Infos aus dem Internet

Nach Angaben der Internet-Seite Rue89, die von früheren Redakteuren der Pariser Zeitung "Libération" gegründet wurde, entdeckten Journalisten des JDD beim Durchforsten der öffentlichen Wahlregister, dass Cécilia Sarkozys Name auf der Liste ihres Wahlbüros fehlte. Rue89 zufolge war in dem betreffenden Artikel auch die Rede von einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Sarkozy und seiner Frau am Wahlabend. Mehrere Berater aus Sarkozys engstem Kreis hätten daraufhin interveniert. Schließlich habe der Eigentümer der Zeitung, der Großindustrielle und Sarkozy-Vertraute Arnaud Largardère, darauf bestanden, dass der Artikel in der Schublade verschwand.

Cécilia Sarkozy, die beim ersten Wahlgang am 22. April gemeinsam mit ihrem Mann ins Wahllokal gegangen war, wurde zur Stichwahl am 6. Mai tagsüber nicht gesehen. Sie tauchte erst abends auf der Pariser Place de la Concorde auf, wo sie mit Sarkozy und anderen Persönlichkeiten auf einer Tribüne vor der Menschenmenge den Wahlsieg feierte. (tso/AFP)

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