Nicolas Sarkozy : Von Hochzeit ist die Rede

Die Romanze von Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Carla Bruni beherrscht die französischen Medien.

Rudolf Balmer[Paris]
Carla Bruni Nicolas Sarkozy
Möglicherweise bald ein Ehepaar? Nikolas Sarkozy und Carla Bruni. -Foto: dpa

„At last the secret is out“ („Schließlich ist das Geheimnis gelüftet“) heißt das letzte Stück auf Carla Brunis zweiter CD, die den ebenso bezeichnenden Titel „No promises“ trägt. Wie seriös denn die Liebschaft der Sängerin ist, fragten sich die französischen Medien gestern. Die Inszenierung, bei der sich Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Carla Bruni im Märchendekor von Disneyland bei Paris zeigten, beschäftigt die Franzosen wie kaum ein anderes Ereignis. Und aus Italien kommt gar die Kunde, Sarkozy habe um ihre Hand angehalten. Inzwischen weiß man etwas mehr über den Beginn der frischen Romanze. Nicolas Sarkozy hatte Carla Bruni zusammen mit vielen anderen Sängern, Musikern und Plattenproduzenten am 23. November zu einer Diskussion über das Internet und die Urheberrechte empfangen. Dabei soll es zwischen den beiden gefunkt haben. Wenige Tage später trafen sie sich bei einem Diner des Werbeunternehmers Jacques Séguéla, und seither seien die beiden fast unzertrennlich. Man sah Carla Bruni den Élysée-Palast verlassen, und zusammen mit Sarkozy und seiner Mutter Andrée wurde sie bei einem Spaziergang im Schlosspark von Versailles beobachtet. Der gemeinsame Besuch im Disneyland bei Paris am 15. Dezember war kein Zufall, mehrere Fotografen waren offenbar eingeweiht worden.

Jetzt fragen sich die französischen Medien, wie ernst es den beiden ist. Als First Lady wäre Bruni gewiss eine Trumpfkarte in der Hand von Sarkozy, wenn sie bereit ist, die Rolle zu übernehmen, die Cécilia nicht spielen wollte. Die fast 39-Jährige ist kultiviert, elegant und über Frankreich und Italien hinaus bekannt. Sie hat bereits zwei sehr erfolgreiche Karrieren hinter sich. Sie kam am 23. Dezember 1968 in Turin in der reichen Industriellenfamilie Bruni-Tedeschi zur Welt, die wenig später – angeblich aus Angst vor Entführungen oder Attentaten der Roten Brigaden – nach Frankreich übersiedelte, wo Carla zusammen mit ihrer Schwester Valeria und ihrem kürzlich tödlich verunglückten Bruder Virginio aufwuchs. Sie nahm Musikstunden, spielte Piano und Gitarre, begann ein Kunst- und Architekturstudium, bis die hochgewachsene und sehr schlanke 19-jährige Brünette als Model sehr schnell weltbekannt wurde.

Ihre eigentliche Neigung aber war der Chanson. Ihre ersten eigenen Lieder vertraute sie dem bekannten Sänger Julien Clerc an, bevor sie sich selber ans Mikrofon und dann ins Plattenstudio wagte. Ihre erste CD „Quelqu’un m’a dit ...“ im Jahr 2002 war ein Riesenerfolg. Sie begleitet ihre raue, etwas monotone und zugleich sinnliche Stimme nur mit der akustischen Gitarre, was ihren Chansons eine sehr intime Atmosphäre verleiht, als würde sie dem Zuhörer einige Geheimnisse aus ihren Tagebüchern verraten. Da sie jetzt erneut im Rampenlicht steht, möchte man erst recht mehr wissen aus ihrem Privatleben. Die Reihe ihrer angeblichen Liebhaber und Lebensgefährten ist lang: Die Rede ist unter anderem von Mick Jagger, Eric Clapton, Kevin Kostner, Donald Trump, dem jungen Staranwalt Arno Klarsfeld, mehreren französischen Beaus und Schauspielern wie Vincent Perez, Charles Berling und Guillaume Canet. Sie lebte auch mit dem Literaturherausgeber Jean-Paul Enthoven zusammen, bis sie mit seinem Sohn Raphael durchbrannte und ihn dessen Frau Justine Lévy ausspannte. Die Tochter des Philosophen Bernard-Henri Lévy schrieb über diesen Verrat einen Erfolgsroman.

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