Niederlande : Gorilla bricht aus und attackiert Menschen

Der aus Berlin stammende Gorilla "Bokito" hat im Zoo von Rotterdam vier Menschen verletzt. Der Affe sprang über einen breiten Wassergraben aus seinem Gehege im Blijdorp-Tierpark.

Rotterdam/Berlin - "Bokito" lief einen Fußweg entlang und attackierte eine Frau: Der Gorilla drückte die Besucherin auf den Boden und fügte ihr schwere Bissverletzungen zu. Dann stürmte das Tier in das Restaurant, wo es mit Stühlen und Tischen um sich warf. Es konnte erst nach eineinhalb Stunden betäubt werden.

Das Tier werde nicht getötet, doch sei unklar, ob der Silberrücken in Rotterdam bleibe, sagte Zoo-Direktor Ton Dorresteijn. Der Gorilla, der seit 2005 in den Niederlanden lebt, war zuvor im Berliner Zoo und hatte dort 2004 eine drei Meter hohe Wand überwunden.

Tierpfleger erleidet Schock

Zwei Menschen - darunter ein Rollstuhlfahrer - verletzten sich in Rotterdam auf der Flucht vor dem Gorilla. Ein Tierpfleger erlitt einen Schock, als das gewaltige Tier plötzlich vor ihm stand. Alle vier Verletzten mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Nach Angaben des Zoodirektors war die Frau mit den Bisswunden ernst, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Ihr Zustand sei stabil.

Möglicherweise wurde der Gorilla schikaniert und wollte sein Weibchen und seine beiden Babys schützen, wie Dorresteijn sagte. Nachdem es den Wassergraben überwunden hatte, sei das Tier vermutlich in Panik geraten. Nun werde untersucht, wie "Bokito" den breiten Graben überwinden konnte - zumal Gorillas wasserscheu seien.

Als der Silberrücken im Juni 2004 aus seinem Gehege in Berlin ausgebrochen war, konnten ihn zwei Tierpfleger wieder einfangen. Der Gorilla musste den Zoo in der Hauptstadt trotz Protesten von Tierschützern verlassen, um Inzucht zu vermeiden - er ist mit den meisten Gorillaweibchen dort verwandt. (tso/dpa)

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