Niederlande : Laura und das Meer

Die Niederlande streiten heftig darüber, ob die 13-jährige Laura Dekker alleine um die Welt segeln darf. Ihr Anwalt sagt, „sie hat Salz im Blut und hat die ersten vier Jahre ihres Lebens an Bord eines Schiffes gewohnt“.

Rolf Brockschmidt
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Löst eine heftige Debatte aus. Die 13-jährige Laura Dekker. Foto: dpadpa

Die Niederlande streiten heftig darüber, ob die 13-jährige Laura Dekker alleine um die Welt segeln darf. Ihr Anwalt sagt, „sie hat Salz im Blut und hat die ersten vier Jahre ihres Lebens an Bord eines Schiffes gewohnt“. Der Rat für Kinderschutz im niederländischen Justizministeriums will nun vom Familienrichter in Utrecht klären lassen, ob die Eltern ihrer 13-jährigen Tochter erlauben dürfen, als jüngste Weltumseglerin ins Guinnessbuch der Rekorde zu kommen. Notfalls müsse der Richter das elterliche Sorgerecht einschränken. Falls der Richter der Bitte des Rates entspricht, würde Laura sechs Wochen lang unter der Aufsicht des Jugendamtes stehen. In dieser Zeit hätten die Eltern nichts zu entscheiden, die Weltumsegelung würde abgeblasen.

Die Eltern des Mädchens sind geschieden. Laura wurde auf einem Boot in der Nähe Neuseelands geboren und hat daher die neuseeländische Staatsangehörigkeit. Durch den Vater hat sie auch die niederländische, durch die Mutter zudem die deutsche Staatsbürgerschaft.

Wie „de Volkskrant“ schreibt, steht der Vater hinter Lauras Entscheidung. Er hat sogar versucht, Laura bei der Gemeinde Wijk bij Duurstede abzumelden, um nach Neuseeland auszuwandern und den Gerichtstermin zu verhindern. Die Gemeinde wiederum hat ihre Entscheidung über die Abmeldung verschoben, um den Richterspruch abzuwarten. Aus der Umgebung der Tochter berichtet die Zeitung, dass die Mutter von der Idee nicht sehr begeistert sei, wohl aber den Kontakt zur Tochter nicht verlieren wolle.

Der Anwalt des Vaters argumentiert, dass die Tochter sehr große Segelerfahrung habe. In den Internetforen der niederländischen Tageszeitungen tobt derweil eine heftige Debatte darüber, ob der Staat Lauras Eltern das Sorgerecht entziehen und ihr die zweijährige Weltreise untersagen darf. Sie findet einerseits viel Zustimmung unter den Teilnehmern, die ihrer Flucht aus dem miefigen, regulierten Alltag des Landes jubelnd zustimmen. Sie lerne auf See mehr als auf der Schule, so lautet der Tenor.

Die anderen sehen die Entwicklung Lauras in Gefahr, die sich noch in der Pubertät befinde und die Dimensionen ihres Vorhabens nicht abschätzen könne. Ein Seemann schreibt, dass eine Atlantikquerung schon mit einem Motorschiff eine gefährliche Herausforderung sei, bei der man keine Zeit habe, per Notebook seine Hausaufgaben zu machen. Andere weisen auf die Schulpflicht hin. Erlaube man ihr die Reise, sei es der Schulaufsicht nicht mehr möglich, gegen „Luxusschwänzer“ vorzugehen, die versuchen, ihre Sommerferien und ihre Fernreisen zu verlängern.

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