Niederlande : Liebeskranke provoziert Großfahndung

Was man aus Liebeskummer nicht alles tut. Mit einer vorgetäuschten Entführung provozierte eine 35-jährige Holländerin am Donnerstagnachmittag eine großangelegte Suchaktion der Polizei in mehreren europäischen Ländern.

Würzburg - Was man aus Liebeskummer nicht alles tut. Mit einer vorgetäuschten Entführung provozierte eine 35-jährige Holländerin am Donnerstagnachmittag eine großangelegte Suchaktion der Polizei in mehreren europäischen Ländern. Sie hatte ihre Familie per SMS informiert, sie sei von zwei Männern aus Osteuropa entführt worden und vermutlich nach Deutschland unterwegs. Daraufhin lief in den Niederlanden und in Deutschland eine filmreife Fahndung an. Hubschrauber der Polizei suchten jeden Meter Autobahn ab, über Grenzen hinweg liefen die Telefone in den Einsatzzentralen heiß. „Das war fast wie bei einem Räuber- und Gendarm-Spiel“, sagt Heiko Sauer vom Polizeipräsidium Unterfranken.

Am Abend schließlich fanden die Einsatzkräfte die Frau in ihrem Auto, auf der Autobahn 3 bei Würzburg. Sofort zuschlagen konnte das Spezialkommando nicht, denn man rechnete mit zwei bewaffneten Entführern. „Die Polizei ist bei so etwas sehr vorsichtig, denn die Geisel soll ja nicht gefährdet werden“, sagt Sauer. Die Beamten pirschten sich heran – im Auto saß jedoch niemand außer der Gesuchten. „Da hat jeder gestandene Polizist, der dabei war, schon gedacht: Da stimmt was nicht.“ Erst behauptete die 35-Jährige, die Entführer hätten sie alleine gelassen. Am späten Abend aber gestand sie: Die Entführung habe sie vorgetäuscht, weil sie in einer Beziehungskrise stecke. „Sie wollte wohl Druck auf ihren Lebenspartner ausüben“, sagte Sauer.

Jetzt droht der liebeskranken Frau in den Niederlanden ein Strafverfahren. In Deutschland muss die Holländerin mit zivilrechtlichen Forderungen rechnen, vielleicht auch die Kosten für den Großeinsatz tragen. Polizeisprecher Sauer hat ein bisschen Mitleid mit der Frau: „Wenn man in einer emotionalen Krise steckt, denkt man oft nicht so an die Folgen von dem, was man tut.“ dpa

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