Welt : Niemand will etwas bemerkt haben Zweijähriger in NRW zu Tode gequält

Erkrath - Im Fall eines zu Tode geprügelten zweijährigen Jungen aus dem nordrhein-westfälischen Erkrath beschuldigen sich die Mutter und ihr ebenso tatverdächtiger Lebensgefährte gegenseitig der Tat. Das Kind war am Mittwoch laut Obduktion an inneren Blutungen gestorben, die durch stumpfe Gewalteinwirkung ausgelöst wurden, wie der Wuppertaler Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt mitteilte. Die 31 Jahre alte Mutter und ihr Lebensgefährte (22) sitzen in Untersuchungshaft. „Das Kind hat sehr große Schmerzen erleiden müssen“, sagte ein Polizeisprecher am Freitag in Mettmann. „Die Ermittler waren entsetzt, als sie die Fotos sahen.“ Eine zehnköpfige Mordkommission untersucht nun, warum niemand das Martyrium des Kindes bemerkt und Alarm geschlagen hat.

Der Lebenspartner der Mutter hatte laut Staatsanwaltschaft am Mittwoch den Notarzt alarmiert, weil das Kind bewusstlos in der Wohnung gelegen habe. Trotz mehrerer Wiederbelebungsversuche gelang es den Ärzten nicht, den kleinen Jungen zu retten. Laut Obduktion wiesen zahlreiche innere und äußere Verletzungen darauf hin, dass das Kind über einen längeren Zeitraum immer wieder misshandelt worden war. Neben Blutergüssen zählten dazu auch Verbrühungen am Rücken und Verletzungen im Genitalbereich. Zum Tod führten schließlich innere Blutungen. Keine Hinweise fanden die Rechtsmediziner auf sexuellen Missbrauch oder Verwahrlosung.

Die Polizei nahm die Mutter sowie deren Freund, der nicht der Vater des Jungen ist, fest, wie Staatsanwalt Kaune-Gebhardt sagte. Gegen die beiden bestehe der dringende Tatverdacht des Totschlags. Der Mann und die Frau bezichtigten sich inzwischen gegenseitig der Tat, sagte der Leiter der Mordkommission, Udo Moll. Zunächst hätten sie behauptet, der Junge habe sich die tödlichen Verletzungen selbst zugefügt. Doch diese Aussagen seien unglaubwürdig gewesen und durch Fakten schnell widerlegt worden. Die drei Töchter der Mutter im Alter von acht, zehn und zwölf Jahren wurden dem Jugendamt übergeben. ddp/dpa

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