Nigeria : Mehr als 100 Tote nach Flugzeugabsturz befürchtet

Beim Absturz einer nigerianischen Passagiermaschine sind vermutlich mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern sollen mehrere Politiker des Landes sein.

Abuja/Lagos - Nach Angaben nigerianischer Luftfahrtvertreter geriet die Maschine der Inlandsfluggesellschaft ADC kurz nach dem Start vom Flughafen der Hauptstadt Abuja ins Trudeln, stürzte auf die Erde und ging in Flammen auf. Die genaue Opferzahl war zunächst nicht bekannt. Die staatliche Nachrichtenagentur Nan berichtete von mindestens vier Überlebenden. Unter den Toten befand sich nach offiziellen Angaben auch der Sultan von Sokoto, Mohammadu Maccido, der höchste muslimische Würdenträger des westafrikanischen Landes.

Die Maschine mit rund 110 Insassen war auf dem Weg von Lagos nach Sokoto, der Hauptstadt des gleichnamigen nordwestnigerianischen Bundesstaats, in Abuja zwischengelandet, um einige Passagiere aussteigen zu lassen. Kurz nach dem neuerlichen Start verlor sie dann das Gleichgewicht und stürzte ab. Über die Unglücksursache war zunächst nichts bekannt. Die Bergungsarbeiten dauerten am Abend an.

In Nigeria kommt es regelmäßig zu Abstürzen

Laut einem Regierungssprecher von Sokoto waren unter den Opfern zahlreiche weitere Politiker des Bundesstaats, darunter der stellvertretende Gouverneur, der Bildungsminister sowie zwei Senatoren. Die Agentur Nan meldete, an Bord der Unglücksmaschine hätten sich zudem der Sohn eines früheren Präsidenten und weitere führende Politiker befunden. Staatschef Olusegun Obasanjo sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. Gleichzeitig ordnete er Ermittlungen an.

In Nigeria kommt es angesichts verheerender Mängel in der Flugsicherheit regelmäßig zu Abstürzen. Im vergangenen Monat kam beim Absturz eines Militärflugzeugs im Bundesstaat Benue ein Teil der Armeeführung des Landes - insgesamt zehn Generäle und vier weitere ranghohe Offiziere - ums Leben. Vergangenen Dezember starben insgesamt 117 Insassen beim Absturz ihrer Maschine in Port Harcourt, zwei Monate zuvor war ein Passagierflugzeug mit mehr als 100 Menschen an Bord über einem Dorf nahe der Wirtschaftsmetropole Lagos zerschellt. Niemand überlebte das Unglück. (tso/AFP)

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