Nissan Juke entpuppt sich als Durchhänger : Irgendwie extrem, diese Familie
23.06.2012 09:00 UhrDie Einen finden ihn toll, weil das Design jede Konvention bricht. Die Anderen schimpfen ihn einen fahrenden Frosch. Vorher. Hinterher sind sich die Kontrahenten einig: Das Basismodell des Nissan Juke ist eine Lusche. Schlimmer noch: Im Verhältnis zum Grundpreis von 15.690 Euro ist es eine Zumutung. Dieses selten harte Urteil verdient sich das japanische Unikum mit einer betrüblichen Leistung in allen relevanten Disziplinen: Der 1,6-Liter-Benziner mit seinen 117 PS ist chronisch müde. Beim Überholen des Traktors auf flacher Strecke mag man aussteigen, um nachzuhelfen.
An die neun Liter braucht der Sauger trotzdem. Ab 140 km/h wird er derart laut, dass einem Hören und Drüberhinweg-Sehen vergeht. Einen sechsten Gang suchen wir vergebens – wohl, um uns zu schonen. Das Schalten zwischen den fünf vorhandenen Gängen ist so schon hakelig genug. Das Fahrwerk gibt zwar auf neu asphaltierter Straße keinen Anlass zur Klage. Doch auf fugiger Autobahn schaukelt sich der Juke ab Tempo 100 auf, als gedenke er abzuheben.
Das Besetzen der Hauptrollen ist also gründlich daneben gegangen. Wie steht es um die Nebenrollen? Nun: Viel Platz bieten weder Kofferraum noch Rückbank. Das Interieur wirkt – diplomatisch ausgedrückt– durch und durch preiswert. Daran vermag auch der im Stile eines Motorradtanks farbig lackierte Mitteltunnel nichts zu ändern. Beifall klatschen wir allein dem unscheinbaren Info- und Entertainment-System. Telefon, Navi und iPad lassen sich damit trotz des winzigen Bildschirms einmalig intuitiv und einmalig effektiv bedienen.










