Welt : Nobelpreise aus der Hand des Königs

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Stockholm - Schwedens König Carl XVI. Gustaf hat am Samstag in Stockholm die diesjährigen Nobelpreise an elf Preisträger aus sechs Ländern überreicht. Der britische Dramatiker Harold Pinter konnte wegen seiner Krebserkrankung den ihm zuerkannten Literaturpreis nicht persönlich in Empfang nehmen. Aus Deutschland wurde der Münchner Wissenschaftler Theodor W. Hänsch mit einem von drei Physikpreisen ausgezeichnet. Die Nobelpreise sind pro Kategorie mit jeweils zehn Millionen Kronen – umgerechnet etwa 1,1 Millionen Euro – dotiert. Fünf der durchweg männlichen Preisträger kommen aus den Vereinigten Staaten. Wenige Stunden vor der feierlichen Zeremonie im Stockholmer Konzerthaus in Anwesenheit von Königin Silvia wurde in Oslo der Friedensnobelpreis an die Internationale Atomenergieagentur (IAEO) der UN und ihren Leiter Mohammed el Baradei überreicht.

In Stockholm ließ sich Pinter von seinem Londoner Verleger Stephen Page vertreten. Er hatte drei Tage zuvor in seiner per Video aus London übermittelten Nobelvorlesung die USA extrem scharf kritisiert und unter anderem Präsident George W. Bush sowie den britischen Premierminister Tony Blair wegen des Irak-Krieges als Massenmörder bezeichnet, die wegen ihrer Kriegsverbrechen vor den Internationalen Strafgerichtshof gehörten.

Den Medizinpreis nahmen die beiden australischen Wissenschaftler Barry Mashall und Robin Warren für die bahnbrechende Entdeckung des Erregers von Magengeschwüren in Empfang. Den Nobelpreis für Physik teilte sich Hänsch, Direktor am Münchner Max-Planck-Institut für Quantenoptik, mit seinen US-Kollegen Roy J. Glauber und John L. Hall für grundlegende Beiträge zum Verständnis der Natur des Lichtes. dpa

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