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Welt : Noch immer kein Prozeß gegen Marcel Dutroux

Gisbert Kuhn

Auch drei Jahre nach den Verhaftungen verlaufen die Ermittlungen schleppendGisbert Kuhn

Drei Jahre ist es inzwischen her, dass die Dutroux-Affäre Belgien und die Menschen weit über die Grenzen hinaus bewegte. Die Bilder des Schreckens bleiben bis heute unvergessen. Zu einem Prozeß gegen den wegen Verdachts auf Kindesentführung festgenommenen Marc Dutroux ist es indes bis heute nicht gekommen. Die öffentlichkeit wird stets auf "später" vertröstet.

Mitte August 1996 war es, als die Bewohner des Nachbarlandes binnen weniger Tage aus einem Zustand grenzenloser Erleichterung in abgrundtiefe Erschütterung stürzten. Zunächst waren aus einem Verlies des Hauses Route de Philippeville 128 im südbelgischen Marcinelle die zwölfjährige Sabine Dardenne und die vierzehnjährige Laetitia Delhez von der Polizei befreit worden. Sie waren beide Opfer von Entführungen. Doch schon ein paar Tage später folgte der Schock. Im Hof desselben Gebäudes gruben Fahnder die Leichen zweier anderer Mädchen aus: Julie Lejeune und Melissa Russo aus der Nähe von Lüttich. Die achtjährigen Mädchen - ebenfalls im Auftrag des Kinderschänders Marc Dutroux gekidnapt - waren nach einem siebenmonatigen Martyrium verhungert und verdurstet. Anfang September, der dritte gräßliche Fund. In einem anderen Haus von Dutroux stießen die Ermittler auf die Überreste von Eefje Lambrecks (19) und An Machal (17), die nach dem Besuch eines Festivals im Nordseebad Blankenberge verschwunden waren. Belgien stand vor dem größten Kriminalfall seiner bis dahin 166-jährigen Geschichte. Doch nicht nur das. Er löste Wellen aus, die den Staat bis in seine Grundfesten durchrüttelte. Hunderttausende versammelten sich im Oktober 1996 zum "Weißen Marsch" in Brüssel und forderten Aufklärung und Gerechtigkeit.

Die nächsten Monate förderten in der Tat schier unglaubliche Beispiele von Schlamperei bei Polizei und Justiz, Verquickungen von Gendarmerie und Autohehlern, Laxheit bei der Strafverfolgung und vieles andere mehr zu Tage. "Ist das wirklich unser Land", fragten sich in jenen Tagen erschreckt die Menschen." Das war vor drei Jahren.

Marc Dutroux befindet sich unterdessen in Haft, genauso seine Frau Michelle Martin und auch Michel Lelievre, der eigentliche Entführer der Mädchen. Zwischenzeitlich wurde - sehr zum Ärger der Öffentlichkeit - der mit der Dutroux-Affäre befasste Untersuchungsrichter Jean-Marc Connerotte wegen eines läppischen Fehlers abgelöst. Einmal war es Dutroux sogar gelungen, während der Fahrt zu einem Lokaltermin für kurze Zeit zu fliehen. Und noch immer hegen viele Menschen den Verdacht, daß die ganze Sache nur deswegen so schleppend vorangeht, weil einflußreiche Persönlichkeiten selbst im Geflecht von Kinderpornografie und Korruption verfangen sind.

Doch die Trauer von damals ist weitgehend verflogen. Dem Schrei nach Reformen sind ein paar halbherzige Maßnahmen gefolgt. Und der einstige nationale Zusammenhalt hat längst Hader und Zwietracht Platz gemacht. Paul Marchal aus dem limburgischen Hasselt, der Vater der ermordeten An, hatte kurzzeitig versucht, die vom allgemeinen Mitleid getragene Volksbewegung in einer politischen Partei zu konzentrieren. Er ist gescheitert. Ihm wurde vorgeworfen, aus der Tragödie seiner Tochter Kapital schlagen zu wollen.

Dagegen lassen Gino und Carinne Russo, die Eltern von Melissa, nicht nach, Politik, Justiz und Polizei an ihre Versprechen und Verpflichtungen immer wieder zu erinnern. Ihr Vorteil: Sie haben nahezu jederzeit Zugang zum Königshaus. Es war schließlich nicht zuletzt der belgische Monarch, Albert II., dessen öffentliches Eintreten für die Opfer der Verwaltung Beine gemacht hatte. Gerade in diesen Tagen beschuldigten sie Jacques Langlois, den Nachfolger des geschassten Untersuchungsrichters Connerotte, der Säumigkeit.

Dessen Verhältnis zum neuen belgischen Justizminister, Marc Verwilghen, ist ebenfalls gestört. Verwilghen war Vorsitzender des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses, der die Hintergründe der Dutroux-Affäre aufklären sollte und tatsächlich katastrophale Missstände aufdecken konnte. Dem Fortgang der Ermittlungen dürfte der Zwist kaum förderlich sein. Immerhin läßt die Staatsanwaltschaft verlauten, der Prozeß gegen Dutroux werde in der ersten Hälfte nächsten Jahres stattfinden, "frühestens".
© 1999

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