Non-Stopp-Flug : Fossett bricht Streckenrekord

Der 61-jährige Milliardär Steve Fossett hat einen neuen Streckenrekord für Non-Stopp-Flüge aufgestellt. Fossett blieb rund 42.000 Kilometer in der Luft und stellte damit einen Rekord aus dem Jahr 1986 ein.

London - Der amerikanische Abenteuer-Flieger Steve Fossett hat am Samstag unter dramatischen Umständen den bisherigen Flugstrecken-Weltrekord gebrochen. «Dieser Rekord bedeutet mir unendlich viel», sagte der 61-jährige Milliardär, der sich nach der Landung auf dem Airport der südenglischen Küstenstadt Bournemouth müde, aber bestens gelaunt den Reporterfragen stellte. «Ich bin damit weiter geflogen, als irgendjemand zuvor.»

Fossett stellte mit einer Strecke von rund 42.000 Kilometern den bisherigen Non-Stopp-Streckenrekord für Flugzeuge ein, den 1986 die US-Testpilotin Jeana Yeager mit ihrem Partner Dick Rutan in ihrem Voyager-Flugzeug mit 40.212 Kilometern erreicht hatte. Zugleich flog Fossett weiter, als die Strecke, die dem Schweizer Bertrand Piccard 1999 nach seiner Erdumrundung in einem Heißluftballon offiziell mit 40.814 Kilometern zuerkannt worden war.

Die letzte Etappe des Fossett-Fluges wurde zu einer lebensgefährlichen Zitterpartie, als sich herausstellte, dass der Generator seines Leichtflugzeuges Globalflyer ausgefallen war. Der Pilot gab das Notsignal «Mayday» und forderte per Satellitentelefon technische Hilfe an. «Wir mussten ihn so schnell wie möglich auf den Boden bringen», hieß es im Londoner Flugleitzentrum der britischen Gesellschaft Virgin Atlantic.

Fossett, der Kurs auf den südostenglische Airport Kent International genommen hatte, wurde kurzfristig zum näher liegenden Bournemouth an der englischen Südküste umdirigiert. Dort landete er sicher, aber ohne Publikum. Der Rekord-Jäger war am Mittwoch in Florida gestartet und hatte seitdem einmal die Erde umrundet und zwei Mal den Atlantik überquert.

Erster Gratulant unmittelbar nach der Einstellung des bisherigen Langstreckenrekords war sein Freund und Fliegerkollege Richard Branson, der Gründer von Virgin Atlantic. Für Fossett war dies bereits sein 110. Weltrekord in fünf verschiedenen Disziplinen. Er hatte 2002 die erste Allein-Nonstopp-Umrundung der Erde in einem Ballon geschafft. Im vergangenen Jahr flog er mit Globalflyer als erster Mensch allein in einem Motorflugzeug rund um die Erde.

Die Einstellung des Non-Stopp-Streckenrekords für Flugzeuge war für den Abenteurer «das absolut oberste Ziel», sagte er nach der Landung. Allerdings geht Piccard auf seiner eigenen Homepage weiter davon aus, dass seine Flugstrecke im Ballon «Breitling Orbiter 3» 1999 insgesamt genau 45 755 Kilometer betragen habe, was noch deutlich weiter wäre, als das Ergebnis von Fossett. Die Internationale Luftfahrt-Föderation (FAI) in Lausanne, die auch die Länge der Flugstrecke Fossetts erst noch prüfen muss, gibt Piccards bestätigte Route mit 40 814 Kilometern an.

Fossetts Rekordflug war von Anfang an durch eine Panne überschattet. Er hatte beim Start in Florida deutlich mehr Benzin verbraucht als geplant. Dadurch war die Fortsetzung des Flugs gefährdet. Günstige Rückenwinde bei einer gleichzeitigen Reduzierung der Fluggeschwindigkeit auf rund 430 Kilometer pro Stunde halfen jedoch, Treibstoff zu sparen, hieß im Flugleitzentrum.

Nach einer ersten Atlantiküberquerung führte ihn der Weg über Afrika, Saudi-Arabien, Indien, China und den Pazifik wieder in die USA, die Fossett am Freitag bei San Diego in Kalifornien erreichte. Von dort steuerte er in gerader Linie St. Petersburg in Florida an, um am Samstag nach einer dann kompletten Reise um die Welt noch einmal über den Atlantik bis nach England zu fliegen. (tso/dpa)

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