Nordkorea : Über 100 Tote bei Pipeline-Explosion?

In Nordkorea sind bei einer Pipeline-Explosion nach inoffiziellen Angaben aus Südkorea rund 110 Menschen ums Leben gekommen. Aus Nordkorea selbst dringen keine Informationen nach außen.

SeoulSeoul Bei der Explosion einer beschädigten Benzinleitung sind in Nordkorea nach Angaben einer südkoreanischen Hilfsorganisation etwa 110 Menschen ums Leben gekommen. Das Unglück habe sich bereits vor zehn Tagen in einer ländlichen Gegend im Nordwesten des Landes ereignet, berichtete die buddhistische NGO "Good Friends", ohne ihre Informationsquellen zu nennen. Die Regierung in Seoul sowie der südkoreanische Geheimdienst können die Angaben der Gruppe bislang nicht bestätigen, sagte eine Sprecherin des südkoreanischen Vereinigungsministeriums. "Good Friends" bietet vor allem Hilfe für nordkoreanische Flüchtlinge in China an.

Die durch Reisfelder verlegte Leitung war dem Bericht zufolge explodiert, während zahlreiche Menschen auslaufendes Benzin auffangen wollten. Anderen Angaben zufolge hätten Dorfbewohner versucht, Gas abzuzapfen, als dieses Feuer fing und es zu einer Explosion kam. Der Brand habe erst am nächsten Tag gelöscht werden können. Der Gruppe zufolge sind 110 menschen verbrannt. Die Pipeline habe Benzin von einer petrochemischen Anlage unweit der Grenze zu China im Bezirk Sochon in die Provinz Süd-Pyongan transportiert.

Vor einem Jahr hatte "Good Friends" berichtet, dass in Nordkorea bei einem schweren Zugunglück zwei Monate zuvor möglicherweise mehr als 1000 Menschen getötet worden seien. Die Regierung in Pjöngjang habe das Unglück verschwiegen. Die Berichte wurden damals nicht bestätigt. (mit AFP/dpa)