Nordrhein-Westfalen : Boden bei Düsseldorfer U-Bahn-Bau abgesackt

Bei U-Bahn-Bauarbeiten in Düsseldorf ist der Boden abgesackt und eine Brücke in der Innenstadt für den Verkehr vorübergehend gesperrt worden. Die Schadensstelle wurde gesichert.

Bei Bauarbeiten wurde ein trichterförmiges Loch sichtbar.
Bei Bauarbeiten wurde ein trichterförmiges Loch sichtbar.Foto: dpa

Nach Angaben der Stadt Düsseldorf war im Zuge der Bauarbeiten unterhalb einer Hochstraße ein trichterförmiges Loch sichtbar geworden. Dort sind etwa 30 Kubikmeter Erdreich in die Schachtgrube abgesackt. Wie die Polizei mitteilte, wurde niemand verletzt. Die Schadensstelle wurde gesichert. Die Hochstraße musste vorbeugend gesperrt werden.

Ursache des Unfall in der Düsseldorfer Innenstadt ist den Angaben zufolge vermutlich eine Leckstelle in der Bohrfläche der Schachtwandung. "Bei der Sperrung der Brücke handelt es sich um eine rein vorbeugende Maßnahme. Sicherheit geht in jedem Fall vor", sagte Baudezernent Gregor Bonin.

Gegen Mitternacht wurde der Verkehr auf einer daneben liegenden Straßenbrücke wieder freigegeben. Alles laufe wieder normal, sagte ein Polizeisprecher am Samstag.

Schacht wird mit Kies aufgefüllt

Die Baustelle und die umgebende Bausubstanz werden nach Angaben des zuständigen Bauunternehmens Bilfinger Berger kontinuierlich überwacht, wie die NRW-Landeshauptstadt weiter mitteilte. Der Schacht wurde mit Kies aufgefüllt. Nach den Verfüllarbeiten an dem 30-Kubikmeter-Trichter sollen intensive Kontrollen und Untersuchungen weitere derartige Vorfälle verhindern.

Der Baukonzern Bilfinger Berger war bereits in der Vergangenheit in die Kritik geraten, weil beim Ausbau der Kölner U-Bahn und dem Bau der U-Bahn in Düsseldorf Unregelmäßigkeiten festgestellt worden waren. Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs im März 2009 mit zwei Toten wird in Zusammenhang mit einem möglichen Pfusch beim dortigen U-Bahn-Bau gebracht. Später wurde bekannt, dass beim Ausbau der U-Bahn in Düsseldorf offenbar Bauprotokolle von 27 Sicherungswänden gefälscht wurden.

Der erste Spatenstich zum Bau der neuen sogenannten Wehrhahn-Linie in Düsseldorf war im November 2007 erfolgt. Für den Rohbau sind sechs Jahre veranschlagt. Die Fertigstellung ist für 2014 vorgesehen. Die Baukosten liegen bei 650,5 Millionen Euro. Sie werden von der Stadt Düsseldorf, dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Bund getragen. (dapd/dpa)

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