Nordrhein-Westfalen : Frau für Mord an ihren Kindern verurteilt

Eine Frau, die ihre beiden Kinder ermordet hat, ist in Mönchengladbach zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Laut Gutachter ist die Frau schwer psychisch gestört und selbstmordgefährdet. Sie wird in einer Psychiatrie untergebracht.

MönchengladbachWegen der Tötung ihrer zwei Kinder muss eine 37 Jahre alte Frau für 15 Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Mönchengladbach verurteilte die Frau am Freitag wegen Mordes und ordnete ihre Unterbringung in der Psychiatrie an. Von einer lebenslangen Freiheitsstrafe sah das Gericht ab. Die Richter stützten sich dabei auf die Aussagen eines Gutachters, der nicht ausschloss, dass die Frau nach der Einnahme von Medikamenten im Zustand verminderter Schuldfähigkeit handelte.

Dem Urteil zufolge hatte die Frau die Trennung von ihrem Ehemann nicht verkraftet. Am Karnevalswochenende 2008 hatte sie mehr als 100 Mal versucht, ihn telefonisch zu erreichen. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass sie dann beschloss, Selbstmord zu begehen und die zwei und acht Jahre alten Kinder mit in den Tod zu nehmen. Sie betäubte die Kinder zunächst mit Tabletten und erwürgte sie dann in ihren Betten. Danach nahm sie selbst eine Überdosis Beruhigungsmittel.

Weitere Straftaten sind nicht ausgeschlossen

Besorgte Verwandte hatten sich am Tag darauf bei der Polizei gemeldet. Als die Beamten in der Wohnung nach dem Rechten sahen, fanden sie die beiden Kinderleichen in den Betten.

Ein Sachverständiger hatte der Frau eine Persönlichkeitsstörung attestiert. Sie war deshalb nach Überzeugung der Richter in ihrer "Steuerungsfähigkeit" bei der Tatausführung eingeschränkt. Da aufgrund der Persönlichkeitsstörung der Frau weitere Straftaten nicht auszuschließen sind, wurde die Unterbringung in der Psychiatrie angeordnet.

Verteidiger Gerd Meister sprach von einem "nachvollziehbaren Urteil". Er werde trotzdem die Möglichkeit der Revision prüfen. Seine Mandantin habe bis heute nicht begriffen, was sie getan habe. Sie lasse die Schuld nicht an sich heran und sei nach wie vor akut selbstmordgefährdet. Seinen Angaben zufolge hatte die 37-Jährige in der Justizvollzugsanstalt Dinslaken in den vergangenen Monaten einen weiteren Selbstmordversuch unternommen. (ut/ddp)

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