Nordsee-Unglück : Fischer vermutlich ums Leben gekommen

Bei einem schweren Schiffsunglück in der Nordsee sind vermutlich vier Seeleute ums Leben gekommen. Die Suche nach dem Kutter blieb bislang erfolglos.

Bremen - Die Männer waren am Mittwochabend mit dem Fischkutter "Hohe Weg" aus Brake an der Unterweser unterwegs, wie der Sprecher der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), Andreas Lubkowitz, sagte. Der Kutter sei vermutlich gesunken. Starker Dieselgeruch sowie zahlreiche gefundene Gegenstände wie Fischkisten und Ausrüstungsteile deuteten darauf hin. Zudem wurde eine leere Rettungsinsel gefunden.

Die Suche nach den Vermissten und dem Kutter wurde am Nachmittag zunächst eingestellt. Da sich das Wetter zunehmend verschlechterte, könnten die Sonar-Ortungsgeräte nicht eingesetzt werden. Es gebe starken Seegang mit Wellenhöhen von bis zu drei Metern und Orkanböen bis Windstärke elf.

Die letzte bekannte Position des Kutters lag rund 16 Seemeilen südöstlich der Insel Helgoland. Die Überlebenschancen für die vermissten Seeleute sei umso geringer, je länger die Suche andauere, hieß es. Die Wassertemperatur in der Nordsee betrage 10,5 Grad Celsius.

Schiff wahrscheinlich von riesiger Welle erfasst

Experten vermuteten, dass das Schiff von einer riesigen Welle erfasst wurde, sagte Lubkowitz. Dadurch könnte sich der Kutter um die Längsachse gedreht haben und gekentert sein. "Das kann sehr schnell gehen", betonte der Sprecher. Der Alarm war bei der Seenotleitung Bremen am Mittwoch gegen 21 Uhr über die Seenotfunkbake des Fischkutters eingegangen. Sobald diese mit Wasser in Kontakt kommt, wird das Signal automatisch ausgelöst. Eine Kontaktaufnahme zum Kutter war nicht mehr möglich. "Er hat kein Mayday mehr geben können", sagte der Sprecher.

Die ganze Nacht über und am Vormittag suchten sechs Seenotkreuzer nach den Vermissten. Zusätzlich seien Hubschrauber, zwei Flugzeuge und mehrere Schiffe der Wasserschutzpolizei und der Marine im Einsatz gewesen, sagte der Sprecher. Der Luftraum über dem Unglücksgebiet war von der Flugsicherung Bremen für weiteren Flugverkehr gesperrt worden. (Von Janet Binder, ddp)

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