Norovirus : Schiff auf dem Rhein unter Quarantäne

Der Norovirus ist hochansteckend und besonders für alte Menschen und Kinder gefährlich. Um eine Ansteckung breiter Bevölkerungsschichten zu verhindern, wurde nun ein Schiff auf dem Rhein mit infizierten englischen Touristen an Bord unter Quarantäne gestellt.

Norovirus
Mindestens 37 der zumeist älteren britischen Passagiere auf dem Kabinenschiff "Lady Anne" haben sich mit dem hochansteckenden...Foto: dpa

BoppardBei einem Schiffsausflug auf dem Rhein ist bei einer englischen Reisegruppe der hoch ansteckende Norovirus ausgebrochen. Das Schiff mit Senioren an Bord legte außerplanmäßig bei Boppard an und wurde unter Quarantäne gestellt, wie der Rhein-Hunsrück-Kreis am Dienstag mitteilte. Mindestens 37 der 110 Passagiere haben sich den Angaben zufolge mit dem Virus infiziert, 16 von ihnen wurden in ein Krankenhaus eingeliefert. Der Rest der Reisegruppe darf das Schiff wegen der hohen Ansteckungsgefahr nicht verlassen.

Die mehrtägige Tour des Schiffs sollte von Andernach nach Rüdesheim führen und wieder zurück. Auf der Rückfahrt klagten einige der älteren Gäste über Übelkeit und Durchfall. Der Kapitän legte am Montag in Boppard an, damit die Passagiere ärztlich versorgt werden konnten. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) versorgte einen Teil der akut infizierten Patienten an Bord. Das Schiff wurde sorgfältig desinfiziert, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe

Das Gesundheitsamt schickte Proben zur Untersuchung in ein Labor nach Heidelberg. Dem Befund zufolge handele es sich mit 100-prozentiger Sicherheit um den Norovirus, sagte eine Sprecherin. Wann das Schiff seine Fahrt fortsetzen könne, hänge vom Krankheitsverlauf der Passagiere ab. Der Virus könne noch bis zu 50 Stunden nach der Infektion ausbrechen.

Der Virus wird durch direkten Kontakt übertragen, möglich ist aber auch eine Ansteckung über infizierte Waschbecken, Toiletten oder Türgriffe. Bei der Erkrankung kommt es zu starker Übelkeit, plötzlich einsetzendem Erbrechen, Bauchkrämpfen und Durchfall. Vor allem vor für ältere Menschen und Kinder ist eine Infektion gefährlich. (ah/ddp)

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