Welt : Norwegen: Geständnis unter Tränen

Die Hochzeit im Fernsehen: ARD,ZDF[Sonnabend]

Unter Tränen hat sich die künftige Frau des norwegischen Kronprinzen Haakon, Mette-Marit Tjessem Höiby, drei Tage vor der Trauung von ihrer "wilden Jugend" mit Drogen distanziert. Die 28-Jährige sagte am Mittwoch in Oslo bei einer Pressekonferenz: "Es war für mich in dieser Zeit wichtig, die Grenzen des Akzeptierten zu überschreiten. Ich habe sehr ausschweifend gelebt und dafür teuer bezahlt." Sie distanziere sich jetzt eindeutig von Drogen, erklärte die allein erziehende Mutter eines vierjährigen Sohnes.

Für die Trauung am Sonnabend sagen die Meteorologen bedeckten Himmel als sicher vorher. Ob die "Traumhochzeit" mit eigens verabredeten "dramaturgischen Kniffen" für die erwarteten 300 Millionen TV-Zuschauer die ziemlich dunkel und tief hängenden Wolken über der Monarchie des skandinavischen Landes vertreiben können, gilt auch nach der spektakulären Drogen-Äußerung als völlig offen. Vor allem ältere Royalisten unter den vier Millionen Norwegern können sich bisher so gar nicht mit ihrer kommenden Königin Mette-Marit anfreunden.

Abgesehen von ihrer Vergangenheit im Drogenmilieu ist die 28-jährige Tochter aus bescheidenen Verhältnissen, Gelegenheitsjobberin ohne abgeschlossene Berufsausbildung und frühere "Partyqueen" vielen entschieden zu gewöhnlich für die Rolle der nächsten Königin. Warum, so fragen sie enttäuscht, konnte sich der nächste Regent seine Auserwählte nicht bei irgendwelchen der vielen Schlossfeste für den europäischen Jung-Adel suchen, die für normale Sterbliche unerreichbar sind? Stattdessen fanden Haakon und Mette-Marit einander bei einem sommerlichen Rockfestival, wo sich auch in Norwegen normale Jugendliche besonders gute Chancen auf einen netten Flirt, ein heißes Date im Campingzelt oder eben das große Glück ausrechnen. Unterstützung erfährt der Kronprinz allerdings unter republikanisch Gesinnten.

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