Norwegen : Sechs Tote bei Wohnungsbrand in Oslo

Als in einem Osloer Wohngebäude Feuer ausbricht, müssen sich die Bewohner bei Minusgraden über das Dach retten oder aus dem Fenster springen - der Notausgang war zugenagelt.

OsloSechs Tote bei Wohnungsbrand in Oslo: Möglicherweise hatte ein zugenagelter Notausgang ihre rechtzeitige Flucht verhindert. Zudem war der Feuermelder ausgeschaltet. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, wurden die 33 Bewohner von dem Feuer in der Nacht überrascht, als die meisten von ihnen schliefen.

Beim Eintreffen der Feuerwehr gegen 3:40 Uhr saßen viele der überwiegend jungen Bewohner teils nur mit Boxershorts und T-Shirts auf Fensterbänken und warteten verzweifelt auf Rettung über Leitern. Einige hatten sich bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt auf das Dach geflüchtet, andere sprangen aus den Fenstern. Das vordere Treppenhaus brannte lichterloh und war als Fluchtweg blockiert. Auch den Hinterausgang konnten die Bewohner nicht benutzen, weil er nach Angaben von Bewohnern zugenagelt war. Andere berichteten, dass der Feuermelder schon seit längerem abgeschaltet gewesen sei.

Weitere Opfer nicht ausgeschlossen

"Es war alles sehr verwinkelt und unübersichtlich mit den kleinen Wohnungen und Zimmern", sagte ein Sprecher der Feuerwehr, nachdem der Brand gelöscht war. Eine Frau erlitt lebensgefährliche Verletzungen durch Rauchvergiftung. Ihr Zustand sei ernst, aber stabil, teilten die Behörden mit. Da insgesamt 49 Bewohner in der Adresse Urtegata 31 im Osloer Stadtteil Grønland gemeldet seien, könne es noch mehr Opfer geben.

Die Ursache für das Feuer blieb zunächst unklar. Brandstiftung könne aber nicht ausgeschlossen werden, hieß es. Der Brand war vermutlich im ersten oder zweiten Stock ausgebrochen. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte, dass die Flammen immer dann schnell neue Nahrung gefunden hätten, wenn einer der Bewohner auf der Suche nach einem Fluchtweg eine Wohnungstür zum Treppenhaus geöffnet hätte. (sg/dpa)

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