• Norwegens Königshaus: Respekt untergraben? Kronprinz Haakon zieht mit Freundin und ihrem Kind zusammen

Welt : Norwegens Königshaus: Respekt untergraben? Kronprinz Haakon zieht mit Freundin und ihrem Kind zusammen

Norwegens Kronprinz Haakon zieht mit seiner festen Freundin Mette-Marit Tjessem Höiby und deren dreijährigem Sohn Marius zusammen. Die am Sonntag von allen Medien in großer Aufmachung verbreitete Mitteilung des Königshauses wurde in der Öffentlichkeit einhellig als Schritt in Richtung Eheschließung verstanden. Zu den ersten Gratulanten gehörte Ministerpräsident Jens Stoltenberg. Der Sozialdemokrat meinte: "Ich kenne den Kronprinzen als verantwortungsbewussten, klugen Mann und bin mir sicher, dass er die richtige Entscheidung getroffen hat. Dem Paar wünsche ich beim Zusammenleben alles Gute."

Kritisch über den unkonventionellen Weg des vermutlich nächsten norwegischen Königs äußerte sich dagegen der Historiker und Hofexperte Trond Nordby: "Er wendet sich damit vom erhöhten Status des Königshauses ab und untergräbt den symbolischen Respekt vor der Monarchie." Auch König Harald V. (63) soll dem Zusammenziehen des 27-jährigen Kronprinzen mit seiner gleichaltrigen Freundin ohne Trauschein nur widerstrebend zugestimmt haben. Nach der norwegischen Verfassung müssen Eheschließungen von Thronanwärtern sowohl durch den König als auch die Regierung genehmigt werden. Tjessem Höiby hatte ihren Sohn 1997 außerehelich zur Welt gebracht, als die Beziehung zu dessen vorbestraften Vater bereits beendet war. Den Kronprinz hatte sie im selben Jahr bei einem Rockfestival kennen gelernt.

Mit seiner Freundin und dem dreijährigen Marius bezieht der Thronfolger eine 260 Quadratmeter Wohnung im Stadtteil Ullevaal, die Haakon für umgerechnet 1,2 Millionen Mark gekauft hat. Der Kronprinz absolviert derzeit eine Diplomatenausbildung.

Haakon ist vor allem bei jüngeren Norwegern wegen seines wenig auf Traditionen Rücksicht nehmenden Auftretens populär. Der Schwulen- und Lesbenverband zeichnete ihn mit einem Ehrenpreis aus, weil er sich sowohl in Reden wie durch unverkrampftes Auftreten im Schwulen-Milieu für die Rechte von Homosexuellen einsetze.

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