Norwegens Ministerpräsident auf Wahlkampfmanöver : Stoltenberg ist als Taxifahrer unterwegs

Um zu erfahren, was "die Leute wirklich denken", hat sich der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg hinter das Steuer eines Taxis gesetzt. Das Wahlkampfmanöver ist vorerst geglückt, Hunderttausende klickten das Video binnen kürzester Zeit.

Stoltenberg als Taxifahrer
Der Wahlkampf-Coup ist erstmal gelungen. Wann wird man schon vom Ministerpräsidenten im Taxi gefahren?Foto: AFP

Der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg hat sich für ein Wahlkampfvideo als Taxifahrer versucht. Mit blauer Strickjacke, orangefarbener Krawatte und Sonnenbrille setzte sich der 54-Jährige hinters Steuer eines schwarzen Mercedes. Dennoch wurde er von zahlreichen Fahrgästen erkannt. Viele lachten verlegen, nahmen dann aber doch die Gelegenheit wahr, mit dem Sozialdemokraten über Politik zu sprechen. Eine Frau schimpfte über zu hohe Managergehälter, andere sprachen die Schulpolitik an.

Als Stoltenberg mit dem Automatikgetriebe des Taxis haderte, musste sich der Ministerpräsident sogar Kritik über seinen Fahrstil anhören. „Ich bin seit acht Jahren nicht gefahren“, beichtete er einer Frau, die ihn erkannte. Ein anderer Kunde sagte dem Fahrer, er ähnele aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtet dem Ministerpräsidenten.

Stoltenberg sagte in dem Film, es sei ihm wichtig, zu hören, was die Menschen denken. „Das Taxi ist ein Ort, an dem die Leute wirklich sagen, was sie meinen.“ Seine Fahrgäste wurden mit versteckter Kamera gefilmt und anschließend um Erlaubnis gebeten, in dem Video zu erscheinen. Als der Film am Sonntag ins Internet gestellt wurde und die BBC darüber berichtete, klickten in kürzester Zeit Tausende Menschen überall auf der Welt das Video an.

Der knapp vierminütige Film soll in den Kinos und auf anderen Internetplattformen laufen. In Norwegen wird am 8. und 9. September gewählt. Das Video erscheint inmitten des Wahlkampfes zur Parlamentswahl am 9. September, bei denen Stoltenberg und seine linke Koalition nicht zu den Favoriten zählen. (dpa/AFP)

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