Welt : Norweger bringt 25 Kinder und 10 Betreuer in seine Gewalt

Mit einem Gewehr bewaffnet hat ein Norweger im Kindergarten der Ortschaft Hjelmeland am Montag 25 Kinder und zehn Betreuer als Geiseln genommen. Fünf Stunden nach Beginn des Dramas ließ der Mann am Nachmittag den Großteil seiner Geiseln frei, so dass sich nur noch fünf Kinder und zwei Betreuer in seiner Gewalt befanden. Die Polizei bezeichnete die Lage zu diesem Zeitpunkt als "relativ ruhig und kontrolliert". Man sei "in einem Dialog", hieß es weiter.

Ursache für die Geiselnahme ist nach offiziell nicht bestätigten Medienberichten ein Gerichtsverfahren, bei dem eine in dem Kindergarten arbeitende Frau gegen den Mann ausgesagt hatte. Ihr und nicht den Kindern gelte sein Interesse, berichteten die Osloer Zeitungen in ihren Internet-Ausgaben. Die von dem Mann in einem Raum festgehaltene Frau sagte einem Reporter von "Stavanger Aftenblad" am Telefon, sie empfinde die Situation als "nicht sehr bedrohlich".

Polizeisprecher Olav Sönderland in Stavanger sagte in einer TV- Sondersendung: "Den Kinder geht es relativ gut. Sie können in Gruppen mit Betreuern immer mal wieder ins Freie gehen und haben zu essen bekommen." Dass der Mann mit der Sprengung des Gebäudes gedroht hatte, wurde nicht bestätigt. Auch über seine Forderungen verweigerte die Polizei jede Auskunft.

Kurz nach Bekanntwerden der Geiselnahme versammelten sich die Angehörigen der Kinder und der erwachsenen Geiseln vor dem von der Polizei hermetisch abgeriegelten Gebäude, wo sie verzweifelt und verängstigt warteten. Augenzeugen berichteten, wie die Kinder in kleinen Gruppen wechselweise draußen spielen konnten. Ein Rettungshubschrauber wurde bereitgestellt, das Regions-Hospital Rogaland in Alarmbereitschaft versetzt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben