Welt : Norweger müsste man sein

Das ölreiche Land bietet laut einem Uno-Ranking seinen Menschen die höchste Lebensqualität. Deutschland schafft es auf den fünften Rang.

Jan Dirk Herberman

In Norwegen haben es die Menschen weltweit am besten: Der
skandinavische Wohlfahrtsstaat nimmt den ersten Platz in der Tabelle
für Lebensqualität der Vereinten Nationen ein. Unter dem Namen Index
der menschlichen Entwickung (HDI), veröffentlicht das
UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) jedes Jahr eine Länderliste mit
Gewinnern und Verlierern.

Wie das UNDP am Donnerstag in Genf bekannt gab, belegt Australien auf
dem Index den zweiten Rang, dahinter folgen die USA als Nummer drei,
die Niederlande auf dem vierten Platz und Deutschland als Nummer Fünf.
Die Bundesrepublik setzt sich unter den Top Five fest, schon im Jahr
2011 belegte das bevölkerungsreichste Land der EU den fünften Rang der
Uno-Liste. Die Schweiz kommt als neuntes Land ins Ziel. Frankreich
schafft es auf den 20. Platz und Luxemburg belegt Rang 26. Insgesamt
wurden 187 Länder und Territorien bewertet.

Das UNDP bezeichnet den Index als ein zusammengesetztes „Maß für das
menschliche Wohlergehen". Kriterien sind die Lebenserwartung, die
Alphabetisierung, die Einschulungsquote und das Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf.
Am unteren Ende der Uno-Tabelle liegen zehn Länder in Afrika südlich
der Sahara. Es sind Burundi auf Rang178, dann folgen Guinea, die
Zentralafrikanische Republik, Eritrea, Mali, Burkina Faso, Tschad, und
Mosambik. Den letzten Platz müssen sich die Demokratische Republik
Kongo und Niger teilen.
Die Menschen in den Staaten am unteren Ende der Tabelle leiden unter
bitterer Armut, einem extrem schlechten Bildungssystem und Krankheiten
wie Aids und Malaria. Bewaffnete Konflikte verschärften das Elend
zusätzlich.

In einem ergänzenden Index berücksichtigt das UNDP die Ungleichheiten
innerhalb der Staaten bei Einkommen, Bildung und Gesundheit. Auch in
diesem Ranking liegt Norwegen ganz oben und Deutschland rangiert auf
dem fünften Platz. Die USA jedoch schaffen es in der modifizierten
Tabelle nur auf 16. Rang: Die Kluft zwischen Arm und Reich in dem „Land
der unbegrenzten Möglichkeiten“ ist zu gravierend.
ENDE

0 Kommentare

Neuester Kommentar