Welt : Norwegisches Kronprinzenpaar: In Flitterwochen auf der Königsallee

Unerwarteter Zwischenstopp auf der geheimnisvollen Reise des norwegischen Kronprinzenpaares: Es war 20.30 Uhr am Montagabend, als ein Bodyguard die Lobby des "Steigenberger Parkhotels" in Düsseldorf betrat. "Er wollte wissen, ob wir noch eine Suite frei haben", sagt Sergio Negri am Empfang des Luxushotels an der Prachtmeile "Kö". Nein, alle zwölf Suiten waren besetzt. Daraufhin checkte der Unbekannte ein Doppelzimmer mit Balkon und informierte die Wartenden im Auto. Dann huschte das zurzeit wohl beliebteste Paar, Prinz Haakon und seine Frau Mette-Marit, an der Rezeption vorbei die Treppe hinauf. Ein Angestellter erkannte den norwegischen Kronprinzen und seine Frau trotz Jeans und sportlicher Kleidung.

Nach dem Hochzeitsball war das Paar nicht wie angekündigt mit der Yacht nach Dänemark gesegelt, sondern mit unbekanntem Ziel verschwunden.

Gestern gab es weitere Verwirrung um den Verbleib des Paares. Der Hessische Rundfunk meldete, das Paar habe den einzigen Direktflug Düsseldorf-New York des Tages um 10 Uhr 15 genommen. Flughafen und Fluggesellschaft bestätigten dies nicht. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um eine weitere Finte des Paares, um Verfolger abzuschütteln. Von Mette-Marit ist bekannt, dass sie Flugangst hat.

Eine andere Vermutung, dass das Paar nach Berlin gekommen sei, um unter anderem die nordischen Botschaften zu besuchen, konnte gestern ebenfalls nicht bestätigt werden. Kjersti Andersen, die Sprecherin der norwegischen Botschaft, sagte, es wäre schön, wenn das Paar Berlin besuchen würde, aber es lägen keine Erkenntnisse darüber vor, wo sich die beiden befinden und welche Pläne sie hätten.

In Düsseldorf hatte das unangekündigte Auftauchen der beiden Überraschung ausgelöst. "Unsere prominenten Gäste kündigen sich normalerweise wenigstens diskret an", schmunzelt Negri am Empfang. Als das Traditionshaus, eröffnet 1902 zur Weltausstellung, die Lage erkannte, ging alles sehr schnell: "Unauffällig organisieren", hieß die Devise, sagt Negri. Hoteldirektor Hans O. Rues, gerade auf einer Veranstaltung in Duisburg, verordnete seinen Angestellten absolute Diskretion und Stillschweigen. Dann lief das "VIP-Treatment" an, erzählt Etagenchef Gianfranco Calabro, der in einem anderen Hotel auch schon die Queen bedient hat. Champagner und Obst wurden bereitgestellt.

Ob der Kronprinz und seine Frau viel von Düsseldorf oder seiner Umgebung gesehen haben, ist höchst fraglich. "Die beiden kamen am Abend nicht mehr runter", sagt Negri. Auch sonst konnte Rues aufatmen. Die verordnete Diskretion wurde beachtet, niemand bekam Wind von der Prominenz im Zimmer für 625 Mark. Gut kann sich der Hoteldirektor, dessen Haus 133 Zimmer und 210 Betten hat, an die Besuche anderer Stars erinnern, die bloß keinen Rummel wollten. "Bob Dylan und Robbie Williams sind über die Feuertreppe nach draußen gegangen."

Womit könnte ein Hotel solch hohe Gäste noch erfreuen, fragt sich Rues. Natürlich mit einem Frühstück mit norwegischen Spezialitäten und mit einer norwegischen Zeitung zum Kaffee. "Aber am Bahnhof war leider keine Zeitung zu bekommen", bedauert er. Doch der Aufwand wäre ohnehin vergebens gewesen. Am Dienstag um 8.30 Uhr wurden Haakon und Mette-Marit von Rues verabschiedet - ohne Frühstück. Beim kurzen Abschieds-Small-Talk gab der Direktor ihnen einen Umschlag mit Berichten deutscher Zeitungen über die Hochzeitsfeierlichkeiten mit. Rues: "Mette-Marit ist eine Traumfrau, noch viel hübscher als auf allen Fotos."

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