Welt : Notiert: Kopfball

Häufige Kopfbälle verringern bei erwachsenen Amateurfußballern einer Studie zufolge die Hirnleistung. Dieser Zusammenhang wurde schon in der Vergangenheit vermutet, eine wissenschaftliche Bestätigung fehlte aber bislang. Fußballspieler hatten bei einer britischen Untersuchung unter anderem mehr Probleme, sich auf zwei Dinge gleichzeitig zu konzentrieren als andere Sportler einer Vergleichsgruppe. Ihre Ergebnisse präsentierten die Forscher auf einer Konferenz der "Gesellschaft britischer Psychologen" am Sonnabend in Glasgow. Sie hatten 25 männlichen Freizeitfußballern verschiedene Aufgaben gestellt, um deren Erinnerungsvermögen, Aufmerksamkeit und Denkgeschwindigkeit zu untersuchen. In einem Test mussten die Teilnehmer beispielsweise Karten nach bestimmten sich ändernden Kriterien ordnen. Dabei benötigten Fußballer mehr Zeit, um auf die Änderungen zu reagieren als die anderen Sportler. Dieses Ergebnis zeigte sich auch innerhalb der Gruppe der Fußballspieler: kopfballstarke Spieler schnitten im Test schlechter ab als solche, die weniger oft Kopfbälle machten. Nach Auskunft des beteiligten Forschers Richard Stephens von der Keele Universität deuteten die Tests auf eine stufenweise Verringerung der neuropsychologischen Fähigkeiten der Fußballer hin, weitere Untersuchungen seien aber nötig, um diese Ergebnisse zu bestätigen und ein tieferes Verständnis der Vorgänge zu bekommen.

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