Welt : Notiert

Keine Wäsche aufhängen. Auf dem Weg zu einer Metropole mit Weltgeltung will Schanghais Obrigkeit die Bürger zur Aufgabe althergebrachter und bisweilen notwendiger Lebensgewohnheiten zwingen. Vom April kommenden Jahres an werde den Schanghaiern untersagt, an Straßen, öffentlichen Plätzen oder in der Nähe von Touristenzielen Wäsche zum Trocknen ins Freie zu hängen, berichtete die Zeitung "Shanghai Daily" am Dienstag. Verstöße würden mit einer Strafe von 20 Yuan, etwa 2,40 US-Dollar, geahndet. Regierungsbehörden oder Friseursalons müssten bis zu 200 Yuan Bußgeld zahlen. Das Verbot soll nach dem Willen der ehrgeizigen Stadtregierung zur Verschönerung Schanghais beitragen. Bürgermeister Xu Kuangdi hatte in einem Gespräch mit Journalisten im Frühjahr angekündigt, Schanghai könnte in einigen Jahren die lebenswerteste Stadt der Welt sein. Von den Bürgern werde erwartet, zivilisierter zu werden, um dem Standard einer Metropole zu genügen. Da viele Schanghaier in sehr beengten Verhältnissen wohnen und sich weder Waschmaschine noch Wäschetrockner leisten können, ist das Waschen und Trocknen im Freien allerdings unerlässlich. Besonders in den heißen und feuchten Sommermonaten gehören auch Bettdecken, die zum Lüften nach draußen gehängt werden, in das alltägliche Straßenbild.

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