Notlandung vor Sizilien : Suche nach Vermissten weiter erfolglos

Zwei Tage nach der Notwasserung eines tunesischen Flugzeugs vor der sizilianischen Küste werden noch immer drei Menschen vermisst.

Palermo (08.08.2005, 16:32 Uhr) - Die Küstenwacht suchte auch am Dienstag pausenlos mit einem Schiff, Booten und Flugzeugen nach zwei Passagieren und einem Bordmechaniker, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Bei der Notlandung der Fluglinie Tuninter im Meer waren mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen.

Die Maschine war auf dem Weg vom süditalienischen Bari zur Ferieninsel Djerba, als plötzlich die Motoren ausfielen. 23 Menschen, darunter der Pilot, überlebten. Einige von ihnen trugen schwere Verletzungen davon. Die 13 Leichen, die alle identifiziert worden seien, sollten am frühen Abend mit einer Militärmaschine zurück nach Bari geflogen werden. Die Totenmesse in der Kathedrale der apulischen Stadt finde am Dienstag statt, hieß es.

Unterdessen gingen auch die Untersuchungen zur Ursache der Tragödie weiter. Möglicherweise könnte der Ausfall der Motoren durch Probleme mit dem Benzintank verursacht worden sein. Aber auch menschliches Versagen oder ein elektrischer Schaden an den Motoren seien als Unglücksursache nicht auszuschließen, berichtete die Zeitung «Il Messaggero». Die Wahrscheinlichkeit, dass beide Motoren einer ATR 72 kurz hintereinander ausfallen, liegt jedoch laut Luftaufsichtsbehörde Enac bei «eins zu einer Milliarde». Die Staatsanwaltschaft Palermo ermittelt in dem Fall. Verkehrsminister Pietro Lunardi erklärte, zukünftig würden Charterflugzeuge noch eingehender als bisher kontrolliert und geprüft.

Der tunesische Pilot habe 25 Jahre Berufserfahrung und über 8000 Flugstunden absolviert, teilte der Generaldirektor der Tuninter mit. «Es tut mir so leid, ich habe versucht, alle zu retten», sagte der Flugkapitän. Als er die Kontrolle über die Maschine verlor, habe er befürchtet, gegen die hinter Palermo liegende Bergkette zu prallen und sich deshalb für die Notwasserung entschieden. «Unter uns habe ich auch Boote und Schiffe gesehen, die uns hätten helfen können, deshalb bin ich im Wasser gelandet.» (tso)

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