Welt : Nur begrenzte Gefahr für Seehunde

Kopenhagen/Stockholm - Skandinavische Experten haben sich am Montag optimistisch über den wahrscheinlichen Verlauf der aktuellen Epidemie der Seehundstaupe in Nord- und Ostsee geäußert. In Kopenhagen sagte der zuständige Sprecher des Naturschutzamtes Henrik Lykke Sørensen: „Wir glauben eigentlich, dass es nicht so schlimm kommen wird wie die beiden letzten Male.“ Bei ähnlichen Epidemien 1988 und 2002 waren 60 beziehungsweise 30 Prozent des gesamten Seehundbestandes im nördlichen Europa verendet. In der vergangenen Woche hatten Experten vor der dänischen Kattegat-Insel Anholt zwischen Nord- und Ostsee 48 am Staupevirus verendete Seehunde gefunden.

Wichtigster Grund für eine wahrscheinlich begrenzte Ausbreitung der dritten Epidemie in knapp 20 Jahren wäre, dass die ausgewachsenen Seehunde gerade aufgrund der vorangegangenen Epidemien über ausreichend Abwehrkräfte im Körper verfügten. Auch der späte Ausbruch lasse eine zentrale Ansteckungsquelle wegfallen, weil die Tiere, die derzeit noch in Kolonien beieinander liegen, sich bald wieder trennen und einzeln im Meer aufhalten.

Der Kieler Meereszoologe Professor Dieter Adelung erklärte, dass für Menschen keine Gefahr durch die Krankheit bestehe. Für Hunde gebe es dagegen eine gewisse Infektionsgefahr, da das Seehundstaupevirus mit dem Hundestaupevirus verwandt sei. Adelung hält es für wichtig, zu klären, warum die Seuche bisher immer auf der dänischen Insel Anholt im Kattegat ausgebrochen sei. dpa

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