Welt : Nur der Weihnachtsmann kam durch

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Weiße Weihnacht in Deutschland: Pünktlich zum Heiligabend kam der Winter über ganz Deutschland - und bescherte Autofahrern noch bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag gefährliche Rutschpartien. Dörfer waren durch Schneemassen von der Außenwelt abgeschnitten, Fahrzeuge blieben stecken. Während sich die Lage am Mittwoch vor allem im Osten des Landes deutlich entspannte, kam es im Süden noch zu Verkehrsbehinderungen auf glatten Straßen. Im Alpenraum herrschte nach wie vor große Lawinengefahr.

Bahnstrecken weiter gesperrt

Die Meteorologen sagen weitere Rutschpartien voraus. Es soll in Deutschland ein Mix von weiteren Schneefällen, Tauwetter und überfrierender Nässe geben.

In Süddeutschland herrscht nach Angaben von Meteomedia Dauerfrost. Auch im Norden und im Osten wird es kälter. In der Neujahrsnacht werden in Berlin minus 6 Grad erwartet, sagte ein Sprecher.

In Bayern waren auch am Mittwoch einige Straßen nicht befahrbar. Teilweise blieben Bahnstrecken wie die ICE-Verbindung Nürnberg-Hof wegen Schneeverwehungen gesperrt. In Baden-Württemberg gab es vor allem auf der Autobahn 8 Stuttgart - München Rutschpartien. Im Raum Heilbronn fielen nach Angaben des Verkehrswarndienstes 50 Zentimeter Neuschnee. "Fußgänger sollten in diesem Raum wegen Eis- und Schneebruchs die Waldwege unbedingt meiden", sagte der Sprecher des Warndienstes. Im Harz brachten die Schneemassen den Autofahrern erhebliche Probleme. Auf dem 1142 Meter hohen Brocken lag der Schnee einen Meter hoch.

In anderen Teilen Deutschlands hatte sich die Lage auf den Straßen am Mittwoch weitgehend beruhigt. "Die Situation hat sich deutlich entspannt", sagte ein Sprecher des Verkehrswarndienstes in Sachsen. Dort hatten die Schneemassen zuvor katastrophale Zustände beschert. In Sachsen waren - ebenso wie in Thüringen und Bayern - zahlreiche Autofahrer stundenlang von den Schneemassen eingeschlossen gewesen und mussten befreit werden. "Wir haben vor lauter Schnee gar nicht die Autotüren aufbekommen", berichtete ein junger Mann. Im Erzgebirge waren mehrere Orte nicht mehr erreichbar. Bei zahlreichen Unfällen sind an den Feiertagen mehrere Menschen ums Leben gekommen. Meistens blieb es aber bei Blechschäden. Ärgerlich begann das Weihnachtsfest auch für mehr als 100 000 Menschen im Oberbergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen. Umstürzende Bäume kappten Überlandleitungen: Die Menschen saßen im Dunkeln, viele konnten nicht mehr telefonieren.

Am Funtensee im Berchtesgadener Land wurde in der Nacht zum Heiligabend nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia die Rekord-Minus-Temperatur von 45,9 Grad unter Null gemessen. Eine derart niedrige Temperatur sei seit Beginn der Wetteraufzeichnungen nicht gemessen worden, hieß es (nebenstehender Bericht). Nach dem Schneechaos legt der Winter in Deutschland allenfalls eine kurze Verschnaufpause ein. Bis Silvester sagt der Deutsche Wetterdienst in Offenbach Sonne, Regen und schließlich wieder Schnee und klirrende Kälte voraus. Die Polizei mahnt die Autofahrer zur Vorsicht: Viele Straßen seien weiterhin spiegelglatt.

Im Alpenraum herrscht nach wie vor "erhebliche Lawinengefahr". Wintersportler sollten auf den gesicherten Pisten bleiben. Beißende Kälte und heftige Schneefälle gab es an den Weihnachtsfeiertagen von Teilen Osteuropas bis zum Mittelmeerraum. In Mazedonien starben wegen der Kälte bis zum Mittwoch 15 Menschen. Einheiten der Armee kämpften gegen meterhohe Schneewände, um in eingeschlossene Dörfer zu gelangen. In Moskau erfroren drei Menschen, weitere 44 mussten wegen Unterkühlungen behandelt werden. Auch in Teilen Italiens und Spaniens fielen die Temperaturen. Frostige Weihnachten gab es in den Pyrenäen bei Minus 21 Grad. Die Costa Brava verzeichnete das kälteste Weihnachtsfest seit 17 Jahren. Auf den Kanarischen Inseln beruhigte sich nach den Unwettern vom Wochenende die Lage jedoch wieder. La Palma war wegen Stürmen zwei Tage lang von der Außenwelt fast abgeschnitten.

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