Welt : Nur wenige Fans vor dem Hotel

MÜNCHEN (AFP). Schon vor seiner Ankunft zu dem gigantischen Wohltätigkeits-Konzert am Sonntag im Olympiastadion hat Popstar Michael Jackson die Münchner Polizei auf Trab gebracht: "Die ersten begeisterten Fans campen bereits vor seinem Hotel in der Innenstadt", berichtete ein Sprecher von Marcel Avrams Konzertagentur "Mama Concerts & Rau" am Freitag - und rief damit prompt die besorgten Ordnungshüter auf den Plan, die so etwas gar nicht gerne in ihrer Stadt sehen.

Die Beamten stellten in der "sichersten deutschen Großstadt", wie es in der Eigenwerbung heißt, sogleich Nachforschungen an und entdeckten nur zwei vereinzelte Jackson-Fans vor dem Nobelhotel "Bayerischer Hof". "Das ist gut so, denn wenn da wirklich campiert wird, dann unterbinden wir das", warnte ein gestrenger Polizeisprecher Wolfgang Wenger.

Rund 60 000 Besucher erwarten die Veranstalter am Sonntag ab 14 Uhr zu dem Benefizkonzert "Michael Jackson & Friends". Neben dem Superstar aus den USA kommt ein gewaltiges Aufgebot an Musikgrößen auf die Bühne: Luciano Pavarotti und Andrea Bocelli singen ebenso wie Peter Maffay, Vanessa Mae, Ringo Star, Udo Jürgens, Patricia Kaas, Status Quo und die Kelly Family, um nur einige zu nennen. Mit den Orchestern werden insgesamt etwa 400 Musiker auf der Bühne stehen.

Mit fünf Tonnen Lebensmitteln und 5000 Liter Getränken sollen drei Großküchen für das Wohl von Stars und Technikern sorgen. Eigene Stromgeneratoren müssen die nötige Kraft für Tonanlage und Licht liefern. Die Musiker treten ohne Gage auf. Der Reinerlös der Veranstaltung, die im ZDF übertragen wird, soll an das Internationale Rote Kreuz und die UNESCO gehen.

Vor dem Auftritt in München hat Michael Jackson aber noch einen weiten Weg vor sich: Gestern abend gab der Superstar am anderen Ende der Welt ein ähnliches Wohltätigkeits-Konzert - im Olympiastadion von Südkoreas Hauptstadt Seoul. Mit eigens gecharterten Jumbo-Jets sollen die Musiker dann pünktlich nach Deutschland kommen. Fast wie ein Staatschef wird Michael Jackson in München auf der Fahrt vom Flughafen in die Stadt von der Polizei eskortiert werden. Das gesamte Nobelhotel "Bayerischer Hof" ist dann fest in der Hand von Jackson und seinen Freunden. So hat der US-Musiker für sein Sohn extra eine eigene Suite gemietet. Die Räume sind schon vorab mit Spielzeugen, Teddybären und Süßigkeiten ausstaffiert, wie Siggi Kögel von "Mama Concert & Rau" berichtet.

Damit es dem Superstar in seinen Gast-Gemächern nicht zu langweilig wird, soll es in der Nacht zum Sonntag unter seinen Fenstern eine große "Michael-Jackson-Fan-Party" geben; der gesamte Vorplatz des Hotels wird in einem Lichtermeer erstrahlen, kündigt Kögel an. Polizeisprecher Wenger hat nichts dagegen, solange die Fans keine Zelte aufschlagen. Auch wenn die Party vor dem Hotel und vor allem das Konzert selbst für die Münchner Polizei zum Großeinsatz wird, sieht Wenger den Jackson-Besuch gelassen: "Natürlich ist das schwieriger als ein Fußballspiel - da stehen keine Fans vor Hotels. Aber dennoch versetzt uns das ganze polizeitaktisch nicht in Aufregung - dafür ist es in musikalischer Hinsicht aber sicher um so aufregender."

Mit diesem Benefiz-Konzert stellt sich Mama Concerts & Rau der größten logistischen Herausforderung in der Veranstaltungsgeschichte der Stadien von Seoul und München. 100 Trucks sind alleine für den Transport des 60 Tonnen-Technikequipments nötig. 500 Techniker und Helfer sind eine Woche lang mit dem Aufbau der gigantischen Kulisse beschäftigt. Dabei werden 50 km Kabel benötigt, um die 250 000 Watt Tonanlage und die gigantische Lichtanlage zu installieren. Eigene Stromgeneratoren sind notwendig, um genügend Power für das Licht- und Soundequipment zu liefern.

Auf der 60 Meter breiten Bühne garantieren zwei Storage Areas und mehrere Mischpulte mit 250 Kanälen Umbaupausen von weniger als 5 Minuten zwischen den Auftritten der einzelnen Künstler. So etwas hat es bei Live-Konzerts dieser Größenordnung noch nie gegeben.

Für den Transport der Künstler und der Technik nach Seoul und nach München wurden eigens Jumbos gechartert, um unabhängig von den Flugplänen der Fluggesellschaften einen pünktlichen Transport der Künstler zu garantieren.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben