Obdachlos in Südafrika : Ein Bettler macht sich zum Comichelden

Ein Bettler wird zum Comichelden, nachdem er einen Zeichner darum gebeten hat. Auf dem Papier kämpft er gegen Verbrecher, im wahren Leben gegen die Obdachlosigkeit .

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Leben in Bildern: Nathan Roberts Leben gibt es als Comic.
Leben in Bildern: Nathan Roberts Leben gibt es als Comic.Foto: Promo/J. Clausen/Sunday Times

In Durban hat ein obdachloser Bettler eine neue Einkommensquelle gefunden: Er verkauft Comichefte auf den Straßen der Hafenmetropole Durban – und der Held der bunten Bildstreifen ist er selbst.

Als Kind wurde Nathan Jacobs von seinen Eltern misshandelt. Später ertappte man ihn beim Ladendiebstahl, schließlich landete er auf der Straße. Der Obdachlose ist 32, man könnte ihn auch für seinen Großvater halten – sein gebissloser Mund und tiefe Falten verraten: Mit diesem Mann hat es das Leben nicht gut gemeint.

Seinen Biografen hat er an der roten Ampel angesprochen

Ein kleiner Lichtblick war kürzlich eine rote Ampel: Als Jacobs einen Autofahrer mit Marvel-Comic-Shirt ansprach, stellte der sich als Grafikdesigner Cole Rose vor. Ehe die Ampel auf Grün wechselte, schoss aus Jacobs der Gedanke eines vom Leben gebeutelten Comicliebhabers hervor: Zeichne mich! „Ich nehme die Straße jeden Tag und sehe Jacobs jeden Morgen“, sagte Rose gegenüber der Zeitung „Sunday Times“.

„Er ist ein netter Typ und als er mich fragte, ob ich ihn zeichne, willigte ich ein.“ Um mehr über den Obdachlosen zu erfahren, gab er ihm ein leeres Notizbuch.

Er hofft, mit dem Comic etwas Geld zu verdienen

„Die Leute wollen immer mehr über mich wissen, also erzählte ich Rose meine Lebensgeschichte“, strahlt Jacobs mit dem Notizbuch, das tags darauf vollgeschrieben war. Ein Monat verging, dann war der Bildband fertig – die Geschichte von „Robo Hobo“, dem obdachlosen Superhelden, der Verbrechen mit Straßenschläue und Erfindungsreichtum bekämpft.

Der Comic enthält Sicherheitsratschläge und sogar bezahlte Werbung. Auf lange Sicht hofft Jacobs, dass ihm seine gezeichneten Erlebnisse zu einem Leben jenseits der Straße helfen. Jetzt plant er die nächste Geschichte: „Das ist erst der Anfang.“

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