Obduktionsergebnis : "Gorch Fock"-Soldatin ist ertrunken

Bei Nacht, stürmischem Wetter und vollen Segeln ist die Offiziersanwärterin über Bord der "Gorch Fock" gegangen - das ist knapp zwei Wochen her. Erst jetzt wurde ihr Leichnam gefunden. Laut Obduktionsbericht ist die junge Frau ertrunken. Die Ermittlungen laufen indes weiter.

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"Gorch Fock". -Foto: dpa

KielDie Leiche der vom Segelschulschiff "Gorch Fock" in die Nordsee gestürzten Soldatin ist gefunden worden. Ein Fischerei-Aufsichtsboot barg die tote Jenny aus Geilenkirchen (Nordrhein-Westfalen) am Montagabend 120 Kilometer nordwestlich von Helgoland. Das teilte die Kieler Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Eine Obduktion ergab, dass die 18-Jährige ertrunken ist. Es gab keine Anzeichen für ein fremdes Verschulden. Jenny war in der Nacht zum 4. September aus ungeklärter Ursache bei stürmischem Wetter 20 Kilometer nördlich von Norderney über Bord gegangen. Ihre Eltern hofften bis zuletzt, dass sie überlebt habe.

50 Zeugenaussagen  werden geprüft

Laut Obduktionsergebnis ist die junge Frau ertrunken. Anzeichen für eine Fremdeinwirkung gab es nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht. Die Ermittlungen laufen dennoch weiter. Derzeit würden rund 50 Zeugenaussagen geprüft, sagte Oberstaatsanwalt Uwe Wick. Nähere Angaben zum Ermittlungsstand wollte er nicht machen.

Die Besatzung des Fischerei-Aufsichtsbootes habe den treibenden Körper elf Tage nach dem Unglück in der Dunkelheit nordwestlich von Helgoland entdeckt, sagte Korvettenkapitän Jan Ströhmer am Dienstag in Geilenkirchen. "Das war viel Glück", stellte er fest. Die Marine hatte die gezielte Suche nach der jungen Frau eine Woche nach dem Unglück eingestellt.

Eltern hatten bis zuletzt gehofft

Aus einer schriftlichen Erklärung des Vaters wurde deutlich, dass die Eltern bis zuletzt gehofft hatten, ihre Tochter lebend wiederzusehen. "Wir hoffen alle auf ein Wunder, dass Jenny von irgendeinem Schiff aufgenommen worden ist und vielleicht ohne Erinnerung oder sogar ohne Bewusstsein irgendwo gepflegt wird", hieß es darin.

Die Überlebenschancen der jungen Frau waren von Anfang an als gering eingeschätzt worden. Das Wasser der Deutschen Bucht war zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 17 Grad kalt. Der berühmte Dreimaster "Gorch Fock", der in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiert, setzte seine Ausbildungsreise Anfang vergangener Woche Richtung Dublin fort. (dw/dpa/ddp)

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