Welt : Obstsalat vom Baum

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Tenterfield. Einträchtig baumeln sie nebeneinander an einem Baum: Die Orange neben der Zitrone, die Mandarine über der Pomello, die Limette unter der Grapefruit. In der nächsten Baumreihe wachsen Kernfrüchte: Pfirsiche teilen sich den Stamm mit Pflaumen, Nektarinen und Aprikosen. „Obstsalatbäume“ haben Kerry und James West ihre Züchtung getauft. Das Farmerehepaar aus Tenterfield im australischen Bundesstaat New South Wales, das liegt etwa 600 Kilometer nördlich von Sydney, hat zwölf Jahre lang gezüchtet, gekreuzt und gezogen. Eine ganz einfache Überlegung habe hinter der Idee gestanden, Obstsalat auf Bäumen zu entwickeln, sagt Kerry: „Es ist doch so praktisch.“

Mittlerweile sind sie mit ihren Schöpfungen so erfolgreich, dass ganz Australien von diesen ungewöhnlichen Bäumen nascht. 6000 individuell komponierte Obstsalatpflanzen werden nach Firmenangaben jedes Jahr allein in Downunder verkauft, die Anfragen kommen per Email.

Zurzeit tüftelt das Paar an Möglichkeiten, seine süß-saure Ware auch in andere Länder zu exportieren.

Die „Fruit Salad Company“ nimmt Aufträge sozusagen zur Einzelfertigung an und kombiniert die Früchte an den Bäumen nach Wunsch – lediglich aus einer „Obst-Familie“ müssen sie stammen. Wer also nicht will, dass an seinen Baum Orangen wachsen, der meldet das auf der Wunschliste an. Fünf verschiedene Baumtypen stehen zur Auswahl: Zitrusfrüchte, Kernobst, Multi-Äpfel (bis zu acht verschiedene Sorten), Multi-Birnen (zwei bis acht Varianten) und Diverse-Nashi, eine japanische Birnensorte.

Die Standard-Obstsalatbäume der Wests sind in australischen Gärtnereien nun schon überall zum Preis von umgerechnet neun Euro zu haben. Aber für Kunden mit Sonderwünschen werden individuell gezüchtete Bäume auch in Töpfen verschickt. Die können dann entweder im Zimmer gehalten oder in die Gartenerde eingepflanzt werden. Je nach Größe des Topfes wächst der Baum. In der Erde kann er bis zu drei Meter groß werden.

„Die Größe des Baumes wirkt sich aber nicht auf die Größe des Obsts aus“, sagt James West. Er legt Wert darauf, festzustellen, dass die Züchtungen auf natürlichem Weg zustande gekommen seien, ohne Genveränderungen: „Die einzelnen Früchte behalten ihre Individualität, und schwanken auch in ihrem Reifegrad.“ Und wie schmecken sie? „Mindestens so gut wie vom originalen Baum“, sagt Kerry West. „Guten Appetit!“ Katja Wallrafen

Weiteres im Internet:

www.fruitsaladtrees.com

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