Welt : Öl aus „Princess Pia“ wird abgepumpt

Litauischer Präsident übt Kritik am Vorgehen der Behörden

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Vilnius/Klaipeda (dpa). Um den havarierten Öltanker „Princess Pia“ freischleppen zu können, hat im litauischen Hafen Klaipeda (Memel) das Entladen des Schiffs begonnen. Zunächst sollten etwa 1600 Tonnen Öl in den litauischen Kleintanker „Nemunas“ abgepumpt werden, sagte eine Hafensprecherin am Freitag in Klaipeda. Zum vorsorglichen Schutz gegen unentdeckte Lecks wurden Ölbarrieren rund um die „Princess Pia“ gelegt. Der litauische Präsident Valdas Adamkus kritisierte unterdessen das Vorgehen der einheimischen Behörden scharf.

Am Nachmittag erwartete das baltische Land Hilfe auch von dem dänischen Boot „Astra“ mit einem Fassungsvermögen von 3000 Tonnen Öl. Die Wetterverhältnisse für das Entladen und die Bergung der „Princess Pia“ seien günstig. Voraussichtlich am Samstagmorgen könne das Schiff in den Hafen geschleppt und dort untersucht und repariert werden, hieß es. Der mit 50 000 Tonnen Öl beladene Riesentanker war am Mittwochabend im Hafenbecken auf Grund gelaufen. Eine unmittelbare Gefahr für die Umwelt bestehe nicht, hieß es. In einer am Freitag in Vilnius veröffentlichen Stellungnahme sprach Präsident Adamkus von einem „Versuch, den Unfall zu verstecken“. Die zuständigen Stellen hätten weiter „versucht, mit eigenen Kräften die Situation zu lösen“, anstatt sich an die vorgeschriebenen Abläufe zu halten. Dies zeige, dass die bisherigen Notfallsysteme des Landes nicht ausreichend seien.

Die unter der Flagge Panamas fahrende „Princess Pia“ ist nach litauischen Angaben im Besitz der argentinischen Firma „Baldwin Maritime“. Bei der Havarie wurden offenbar nur mit Wasser gefüllte Ballasttanks beschädigt und kein Öl freigesetzt.

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