Ölkatastrophe : US-Star Costner soll bei Ölpest helfen

Der britische Ölkonzern BP ist im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko eine Allianz mit dem Hollywood-Star Kevin Costner eingegangen. Die Grünen in Deutschland erwägen einen Boykott von Aral-Tankstellen.

Port Fourchon/Berlin - BP-Manager Doug Suttles und der US-Schauspieler präsentierten am Freitag (Ortszeit) die Technologie von Costners Firma Ocean Therapy Solutions, die den Kampf gegen die Ölkatastrophe deutlich beschleunigen soll. Die Zentrifugen mit der sogenannten V-20-Technologie trennen den Angaben zufolge extrem effektiv Öl von Wasser. Pro Minute filtern die Ölabscheider demnach knapp 760 Liter und erreichen dabei einen Reinheitsgrad von 99 Prozent. BP kauft von Costners Firma 32 der Ölabscheider. „Das ist wahre Technologie mit wahrer Wissenschaft dahinter“, sagte Suttles.

Zusammen mit anderen Methoden im Kampf gegen die Ölpest könnten damit täglich 128 000 Barrel Öl aus dem Meereswasser gefiltert werden. Aus dem Bohrloch am Boden des Golf von Mexiko strömen der US-Regierung zufolge täglich rund 60 000 Barrel Öl. Drei Zentrifugen sollen zur gesunkenen Ölplattform transportiert werden, der Rest soll innerhalb von 60 Tagen entlang der Küste des US-Bundesstaates Louisiana eingesetzt werden. Die Ölplattform „Deepwater Horizon“ war am 20. April explodiert und zwei Tage später gesunken.

Die Grünen in Deutschland diskutieren angesichts der Ölkatastrophe über einen Aufruf zum Boykott der deutschen Aral-Tankstellen des BP-Konzerns. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Winfried Hermann, forderte die Verbraucher auf, „diesem verantwortungslosen Konzern die Rote Karte zu zeigen“, wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet. Auch andere Grünen- Politiker wie der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer riefen zum Protest an der Zapfsäule auf, „weil sinkende Umsätze bei BP auch andere Ölmultis zum Umdenken bringen würden“. AFP/dpa

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