Welt : Ölpest an der Krim

20 Matrosen vermisst 30 000 Vögel verendet

Kawkas/Berlin - Nach den Schiffsunglücken im Schwarzen Meer bahnt sich an der Halbinsel Krim eine ökologische Katastrophe an. Bei einem gewaltigen Sturm am Sonntag waren zehn Schiffe gesunken oder auf Grund gelaufen. 20 Seeleute sind noch vermisst, 35 konnten gerettet werden. Drei tote Seeleute wurden am Montag geborgen. Sie wurden nach Angaben des Katastrophenschutzministeriums in der Nähe der Insel Tusla gefunden. Es könnte sich demnach um Seeleute des russischen Frachtschiffs „Nachitschewan“ handeln, das im Hafen von Kawkas gesunken war.

In der Straße von Kertsch brach ein russischer Tanker auseinander. Die Wasserstraße zwischen der Ukraine und Russland verbindet das Schwarze Meer mit dem Asowschen Meer. Nach offiziellen Angaben sind mindestens 2000 Tonnen Schweröl ausgelaufen. 3000 Tonnen Öl befanden sich noch an Bord des Wracks. Der Gouverneur der russischen Region Krasnodar, Alexander Tkachev, sagte dem Sender BBC: „Es ist eine ökologische Katastrophe.“

Die meisten Schiffe sanken in der Nähe oder im Hafen von Kawkas, der am nordöstlichen Ufer der Meerenge von Kertsch liegt. Diese liegt auf einer wichtigen Route für Zugvögel, die zur Zeit auf dem Weg in den Süden sind, und beherbergt zudem Wasserschildkröten sowie Delfine und Schweinswale, die beide vom Aussterben bedroht sind. Rund 30 000 tote, ölverschmierte Vögel sind bereits gezählt worden. Wie viele Fische dem Öl zum Opfer gefallen sind, ist unklar. Sicher ist nur, dass die Ölpest den Lebensraum auf Jahre hinaus zerstören kann. Das hätte für die Delfine und Schweinswale ebenso katastrophale Folgen wie für die Zugvögel. Nach Angaben der Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS ist die Straße von Kertsch für beide Walarten eine wichtige Wanderroute. Die Delfine bewegen sich im Frühjahr vom Schwarzen Meer ins Asowsche Meer, um sich dort fortzupflanzen. Die Delfine ziehen im Winter in die entgegengesetzte Richtung.

Seit Dienstag sind russische Soldaten an der Krim im Einsatz. Die Bergungsarbeiten sind wegen neuer Stürme schwierig. AFP/deh

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