• Ölpest nur noch zehn Kilometer vor Frankreichs Küste Alarmstufe in französischem Seebad Tausende Helfer stehen bereit

Welt : Ölpest nur noch zehn Kilometer vor Frankreichs Küste Alarmstufe in französischem Seebad Tausende Helfer stehen bereit

Sabine Heimgärtner[Paris]

Noch liegen keine toten Wasservögel an Frankreichs Atlantikstränden im Südwesten, noch ist der Sand strahlend weiß und nicht von Ölflecken übersät. Angesichts der immer näher rückenden Ölpest aus Spanien hat Frankreichs Regierung aber am Wochenende in der Region des französischen Seebades Saint-Jean-de-Luz die erste Alarmstufe des Katastrophenplans „Polmar-Terre“ ausgelöst. Tausende freiwillige Helfer, Feuerwehren und Gendarmen stehen bereit, gegen die von Hubschraubern aus beobachteten Ölteppiche zu kämpfen, die nach Angaben der Behörden rund zehn Kilometer vor der französischen Pyrenäen-Küste treiben und wegen des starken Nordwindes innerhalb der nächsten 48 Stunden berühmte Badeorte wie Saint-Jean-de-Luz und Biarritz erreichen könnten. „Im Moment haben wir noch nichts zu befürchten, aber es gibt ein enormes Risiko", sagte Frankreichs Ministerpräsident Jean-Pierre Raffarin am Sonntag und berief noch für den Abend eine Krisensitzung seiner Regierung ein.

Die vom Öltanker „Prestige“ ausgelöste Umweltkatastrophe an der spanischen Atlantikküste droht zu einer der schlimmsten Ölfluten der Geschichte zu werden. Experten warnten nach Presseberichten vom Sonntag davor, dass fast die gesamte Ladung des Unglückstankers von 77 000 Tonnen Öl ins Meer strömen könnte. Damit stünde den Atlantikküsten in Spanien und anderen Ländern eine Ölpest von unabsehbarer Dauer bevor. Spaniens Verkehrsminister Francisco Álvarez Cascos bezeichnete die Katastrophe als „das spanische Tschernobyl“.

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