Ölteppich : Bedroht: Fische, Krebse, Säugetiere, Vögel

Dutzende Tierarten sind von der Ölpest im Golf von Mexiko bedroht. Fische, Krebse, Säugetiere und viele Vogelarten leben in dem ökologisch empfindlichen Mündungsgebiet des Mississippi und den Sumpfgebieten von Louisiana. Besonders bedroht sind laut Umweltschützern die Großen Tümmler und Pottwale. Pottwale, die die Gewässer südlich und östlich des Mississippi-Deltas als Kinderstube nutzen, hätten die Auswirkungen vermutlich schon zu spüren bekommen, da dieses Gebiet bereits direkt von dem Ölteppich betroffen sei, sagt Michael Jasny, Spezialist für Seetiere. In den küstennahen Gewässern sammeln sich auch gern die Großen Tümmler. Laut Jasny kann der auf die Küste zutreibende Schlick ganze Populationen dieser Delfin-Art zerstören, da diese ohnehin nur aus mehreren Dutzend Tieren bestehen.

Doug Rader, Chef-Ozeanologe vom Environmental Defense Fund, sieht ganze Fischgenerationen im Golf von Mexiko in Gefahr. „Die Oberfläche der See ist wie eine Bundesautobahn für Fischlarven, die mit der Strömung zu weit entfernten Laichgebieten getrieben werden“, sagt er. Eine ganze Generation von Schnapperfischen, Zackenbarschen und anderen Fischen könne ausgelöscht werden. Das Mississippi-Delta mit seinen Feuchtgebieten ist beliebter Landeplatz für Vögel aller Art – Singvögel aus den Tropen, Wattvögel, Seevögel und Raubvögel. Der Wind könnte das Öl ins Landesinnere treibt, wo es in dem verworrenen Netz von Nebenflüssen und dann in den Gräsern und kleinen Wasserlachen des Marschlandes zurückbleibt. „Die Feuchtgebiete des Mississippi-Deltas sind die wichtigsten Feuchtgebiete auf dem ganzen Kontinent. Zurzeit nisten dort alle Zugvögel“, sagt Dean Wilson, Aufseher im Apatchafalaya- Sumpf westlich des Deltas.AFP

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