Österreich : Deutsches Giftpaket verletzt Lokalpolitiker

Unbekannte haben drei Säurepakete an österreichische Politiker geschickt. Eine der Sendungen erreicht ihr Ziel. Es ist nicht der erste Anschlag dieser Art im laufenden Jahr. Die Polizei sucht nach einem Motiv - und weiß zumindest, woher die gefährlichen Päckchen kommen.

Giftpaket
Dieses Paket enthielt die lebensgefährliche Säure. -Foto: ddp

WienDas einzige Paket, dass seinen Adressaten erreicht, ging an den SPÖ-Landtagsabgeordneten Rudolf Prinz. Er erleidet Reizungen an Schleimhäuten, Händen und einem Fuß, sagt die Wiener Kriminalpolizei. Es enthielt demnach eine gefährliche Säure.

Das Paket von der Größe eines Buches wurde im bayerischen Passau aufgegeben und an die Wohnanschrift des 61-jährigen Politikers geschickt, wie es weiter heißt. In der Sendung fand sich eine Zigarrenkiste, aus der ätzender Dampf und Säure entwichen. Die Polizei fing zwei weitere in Passau aufgegebene Pakete ab, die an zwei Weisskirchener Kommunalpolitiker der konservativen ÖVP adressiert waren. Prinz war bis vor wenigen Wochen Bürgermeister der Gemeinde Weisskirchen im Norden des Landes.

Östereichische Lokalpolitiker leben gefährlich

Welche Säure in den Paketen enthalten war, kann die Polizei nicht mit Sicherheit sagen. Der Kontakt mit den Gift-Paketen hätte auch lebensgefährlich sein können, sagt Sicherheitsdirektor Alois Lißl. Aus Sorge vor weiteren Gift-Paketen sollen die Bewohner von Weisskirchen verdächtige Päckchen nicht öffnen. Die österreichischen Ermittler arbeiten zur Aufklärung der Fälle mit der deutschen Polizei zusammen.

Mitte Februar war der Bürgermeister eines kleinen österreichischen Ortes mit einer Schokolade vergiftet worden, die mit Strychnin präpariert war. Der Politiker hatte die Süßigkeit zusammen mit einer anonymen Nachricht an der Windschutzscheibe seines Autos gefunden. Er liegt seitdem im künstlichen Koma. (ml/AFP)

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