Österreich : Notprogramm für Braunbären geplant

Es wäre schon das zweite Mal: Österreichs Braunbären sind erneut vom Aussterben bedroht. Es wird vermutet, dass die Tiere Opfer von Wilderern wurden. Ein Bärenimport aus Slowenien soll nun die Population retten.

Braunbär
Vom Aussterben bedroht: Österreichs Braunbären. -Foto: dpa

WienDie vom erneuten Aussterben bedrohte Population von Braunbären in Österreich soll schon bald durch den Import weiterer zehn Tiere aus Slowenien gerettet werden. Nach Angaben der Umweltstiftung WWF konnten in den nördlichen Kalkalpen in den vergangenen Monaten nur noch zwei der ursprünglich auf 31 Tiere angewachsenen Bärenpopulation nachgewiesen werden. Da es sich dabei lediglich um männliche Tiere handele, könne unter diesen Umständen das Aussterben der Braunbären nur durch den Import vor allem von Bären-Weibchen verhindert werden, sagte der österreichische "Bärenanwalt" Christoph Walder.

Der WWF (World Wide Fund for Nature) geht inzwischen davon aus, dass viele der verschwundenen Tiere Opfer von Wilderern geworden sind. Die Organisation hatte in den 1980er Jahren mit der Wiederansiedlung der Bären in Kärnten, der Steiermark sowie Nieder- und Oberösterreich begonnen. In den 90er Jahren wuchs die Bären- Bevölkerung auf 31 Tiere an. Doch schrumpfte sie in den vergangenen Jahren dramatisch. "Ich kenne kein Land, in dem eine Tierart zweimal ausgestorben ist. Nur ein gemeinsames Vorgehen kann den Bären vor dem erneuten Verschwinden aus Österreich bewahren!" meint dazu Walder.

Kritik an den WWF-Plänen wies Walder zurück. Zwar könne man nicht mit Bestimmtheit sagen, was zum Verschwinden der Bären geführt habe. Allerdings wolle man jetzt sicher stellen, dass "die Fehler der Vergangenheit vermieden werden". So sollen künftig alle neuen Bären mit hochmodernen Sendern ausgestattet werden. "Mit deren Hilfe werden wir den jeweiligen Standort der Tiere jederzeit verfolgen können", meinte Walder. Dazu werde man alle relevanten Gruppen wie Jäger, Grundbesitzer und die jeweiligen Regierungen in das Projekt mit einbeziehen. "Wir können jetzt nicht einfach aufgeben", warnt Walder: "Es wäre eine Blamage, wenn ein reiches Land wie Österreich das nicht schafft!" (sba/dpa)

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