• Offenbar Gewalttat vereitelt: Polizei im US-Staat Maryland nimmt selbst erklärten "Joker" fest

Offenbar Gewalttat vereitelt : Polizei im US-Staat Maryland nimmt selbst erklärten "Joker" fest

Nach dem Kino-Attentat in Colorado hatte ein selbsterklärter "Joker" in Maryland offenbar eine weitere Gewalttat bei einer "Batman"-Vorführung geplant. Der Todesschütze von Aurora war in psychiatrischer Behandlung.

In den Kinos herrschen bei Vorführungen des Batman-Films teilweise erhöhte Sicherheitsvorkehrungen.
In den Kinos herrschen bei Vorführungen des Batman-Films teilweise erhöhte Sicherheitsvorkehrungen.Foto: dapd

Die Polizei im US-Staat Maryland hat einen selbst erklärten „Joker“ festgenommen und damit offenbar eine Gewalttat wie in der vergangenen Woche bei einer „Batman“-Vorführung in Colorado verhindert. Die Beamten nahmen nach eigenen Angaben vom Freitag in Palmer Park einen Mann fest, der sich selbst „einen Joker“ genannt und ein T-Shirt mit der Aufschrift getragen habe: „Waffen töten keine Menschen. Aber ich.“ „Joker“ ist einer der bekanntesten Bösewichte in der „Batman“-Saga. Unterdessen wurde bekannt, dass der Todesschütze von Aurora, James H., vor der Tat in psychiatrischer Behandlung war.

Die Polizei in Maryland erklärte, der 28-jährige Verdächtige habe in zwei Telefonanrufen bei seinem früheren Arbeitgeber erklärt, er wolle das Gehirn seines Chefs „auf dem Bürgersteig spritzen sehen“.

Er habe die Firma angreifen wollen, die ihn entlassen habe. „Ich bin ein Joker und ich werde meine Waffen laden und jeden wegblasen“, wurde er zitiert. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung fand die Polizei mehrere tausend Schuss Munition und rund zwei Dutzend halbautomatische Waffen und Pistolen. Ein Behördensprecher erklärte, die Waffen seien offenbar legal erworben worden. Dies werde jedoch noch geprüft.

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Zwölf Tote nach Kino-Amoklauf in den USA
Vor Gericht zeigt der 24-jährige mutmaßliche Todesschütze James Holmes kaum eine Regung.Weitere Bilder anzeigen
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25.07.2012 13:24Vor Gericht zeigt der 24-jährige mutmaßliche Todesschütze James Holmes kaum eine Regung.

Der Verdächtige wurde nach seiner Festnahme zu einer psychiatrischen Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Der Polizeichef des zuständigen Kreises, Mark Magaw, sagte, es sei nicht genau abzuschätzen, was mit der Festnahme verhindert worden sei. „Wir denken, eine gewaltsame Episode wurde vermieden“, sagte er. Wann der 28-jährige seine Drohungen in die Tat umsetzen wollte, war nicht bekannt. Der Bezug auf „Joker“ habe dem Fall zusätzliche Dringlichkeit verliehen.

H. war mit orange gefärbten Haaren in die Vorführung des neuen „Batman“-Films geplatzt und hatte sich nach offiziellen Angaben selbst als „Joker“ bezeichnet. Der 24-jährige Schütze, der in Untersuchungshaft sitzt, wird beschuldigt, in der vergangenen Woche zwölf Menschen in einem Kino in der Stadt Aurora in Colorado getötet und 58 verletzt zu haben. Er soll am kommenden Montag zur Anklage vernommen werden.

Seine Verteidiger versuchen aufzuklären, wie mehrere US-Medien zu der Information kamen, dass ein Paket, das H. an seine Ärztin schickte, ein Notizbuch mit der Beschreibung von Mordplänen enthalten haben soll. In dem Antrag der Verteidigung wurde lediglich bestätigt, dass es eine Korrespondenz zwischen H. und dem Psychiater gegeben habe, die nicht für die Augen der Öffentlichkeit gedacht war. Die Veröffentlichungen verstießen gegen eine richterlich verfügte Nachrichtensperre und minderten dessen Chancen auf einen fairen Prozess.

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