Update

Oktoberfest in München eröffnet : O'zapft is auf der 182. Wiesn

Oans, zwoa, gsuffa! Mit zwei Schlägen auf den Zapfhahn eröffnet Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter die Wiesn. Sie steht dieses Jahr im Zeichen der Flüchtlingskrise.

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sticht das erste Fass Bier an. Zur 182. Wiesn werden wieder Millionen Besucher aus aller Welt erwartet.
Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sticht das erste Fass Bier an. Zur 182. Wiesn werden wieder Millionen Besucher...Foto: Peter Kneffel/dpa

Mit Böllerschüssen und Bier hat das Oktoberfest in München begonnen. Mit zwei Schlägen zapfte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) mittags das erste Fass Bier an und eröffnete das größte Volksfest der Welt mit den Worten: „O'zapft is! Auf eine friedliche Wiesn.“ Die erste Maß reichte er Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Böllerschüsse zeigten den Start des Volksfestes an.

Schon vor dem offiziellen Start wurden die ersten Bierzelte wegen Überfüllung geschlossen. An den Eingängen bildeten sich Schlangen. Die ersten Wiesn-Fans waren noch im Dunkeln zum Festgelände gekommen, um einen Platz zu ergattern. Bier gab es aber erst ab 12.00 Uhr. Für die Maß müssen Besucher dieses Jahr mehr als zehn Euro zahlen.

Vor einem Jahr hatte Reiter bei seiner ersten Wiesn vier Schläge zum Anzapfen gebraucht, schon beim zweiten Mal holte er nun seinen Amtsvorgänger Christian Ude (SPD) ein. Seit Tagen liefen Wetten, wie viele Schläge der Oberbürgermeister dieses Mal beim Anstich brauchen würde. Unter den prominenten Gästen im Schottenhamel-Zelt waren auch Mireille Mathieu, Dj Ötzi, Florian Silbereisen und Ralph Siegel.

Am Vormittag waren Wiesnwirte und Brauerei-Mitarbeiter bei überwiegend bewölktem Himmel in einem festlichen Zug zur Festwiese gefahren. Blumengeschmückte Kutschen der Wirte, Maßkrug schwenkende Kellnerinnen, Musikkapellen und Brauerei-Gespanne mit girlandengeschmückten Bierfässern zogen zur Theresienwiese.

Erstes Alkoholopfer bereits 13.20 Uhr

Keine anderthalb Stunden nach dem Bieranstich haben Sanitäter auf dem Münchner Oktoberfest schon den ersten Volltrunkenen versorgt. Ein etwa 50-Jähriger sei um 13.20 Uhr mit einer Alkoholvergiftung zu den Helfern gebracht worden. Im vergangenen Jahr war das erste Alkoholopfer erst um 14.05 Uhr registriert worden.

Unter den Gästen am ersten Wiesn-Tag waren viele Prominente. Gesehen und fotografiert wurden etwa die französische Sängerin Mireille Mathieu und der Sänger und Moderator Florian Silbereisen, die Schauspielerinnen Christine Neubauer und Lisa Martinek, der Schauspieler Hardy Krüger jr., die Unternehmerin und Filmstar-Exfrau Dana Schweiger und ihre Tochter, die Darstellerin Emma Schweiger („Honig im Kopf“), DJ Ötzi, der Schlagerkomponist Ralph Siegel oder auch die Politiker Markus Söder und Claudia Roth.

Bayern-Fußballtrainer Pep Guardiola war hingegen schon am Freitag auf Distanz zu den Ein-Liter-Maßkrügen auf dem Oktoberfest gegangen: „Ich mag kleine, kalte Biere. Ein großes ist nach drei Minuten nicht mehr kalt. Und wenn das Bier nicht kalt ist, ist es nicht gut.“ Dennoch drängten Massen von Münchnern und Touristen auf die Thersienwiese: Schon vor dem offiziellen Start der 182. Oktoberfest-Auflage wurden die ersten Bierzelte wegen Überfüllung geschlossen. An den Eingängen bildeten sich Schlangen.

Bis zum 4. Oktober werden gut sechs Millionen Besucher erwartet. Am ersten Wochenende kann die Besucherzahl bereits auf eine Million steigen. Das größte Volksfest der Welt steht in diesem Jahr im Zeichen der Flüchtlingskrise.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte wiederholt seine Bedenken zu einem Aufeinandertreffen von Betrunkenen und Flüchtlingen während des Oktoberfests geäußert. Die Polizei hat deshalb wesentlich mehr Kräfte als in den Vorjahren im Einsatz. Gleichzeitig muss sie aber auch nach wie vor anreisende Flüchtlinge betreuen. Wegen der verschärften Kontrollen und besseren Verteilung kamen in den vergangenen Tagen aber deutlich weniger Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof an. An den beiden vergangenen Wochenenden waren jeweils etwa 20.000 ankommende Flüchtlinge gezählt worden. (dpa, AFP)


0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben