Oktoberfest : Kein Platz mehr für Promi-Allüren

Gabriele Pauli darf sich nicht öffentlich ''enthaupten'' lassen. Nach einem bizarren Werbeauftritt von Paris Hilton und einer Dirndl-Modenschau von Verona Pooth im vergangenen Jahr will das Oktoberfest wieder zurück zur Tradition.

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Paris Hilton auf dem Oktoberfest 2006 -Foto: ddp

MünchenEine Maß Bier, dazu eine Brezn - und noch einmal rasch durch die Geisterbahn: Als zwar riesiges, aber dennoch uriges Volksfest wünscht sich Organisations-Chefin Gabriele Weishäupl in diesem Jahr die Wiesn, die am Samstag beginnt und am 7. Oktober endet.

Nachdem vor allem der Auftritt Hiltons im goldenen Dirndl vergangenes Jahr die bayerischen Oktoberfest-Besucher schwer verärgert hat, verschärfte die Stadt München kurzerhand die Betriebsvorschriften. Nun darf auf dem größten Volksfest der Welt nicht mehr geworben werden - was auch die Fürther Landrätin Gabriele Pauli zu spüren bekam. Die Kandidatin um den CSU-Vorsitz wollte sich bei einem für seine Enthauptungsshow bekannten Schausteller zum Schein hinrichten lassen. Die Stadt winkte aber schon vor Paulis effektvoller Forderung nach zeitlich begrenzten Ehen ab.

Sechs Millionen Besucher zum Oktoberfest erwartet

Dass das Oktoberfest auch ohne Stars und Sternchen ein Renner ist, zeigen die erwarteten Besucherströme. Schon vor Wochen mussten die Wirte der von den Münchner Brauereien betriebenen vierzehn großen Festzelte Reservierungswünsche ablehnen. Allerdings gibt es für Auswärtige dennoch Chancen, auf gut Glück unterzukommen: Von den bis zu 10.000 Plätzen je Festzelt darf nur ein Teil reserviert werden. Insgesamt werden erneut etwa sechs Millionen Besucher zum Oktoberfest erwartet, die nach den Erfahrungen der Vorjahre über sechs Millionen Maß Bier trinken werden. Und das trotz der um etwa 35 Cent auf 7,30 bis 7,90 Euro gestiegenen Preise je Bier.

Als "Win-Win-Wiesn" bezeichnete die "Süddeutsche Zeitung" jetzt das Volksfest, das erstmals 1810 stattfand: Knapp eine Milliarde Euro werden in München mit dem Oktoberfest in jedem Jahr umgesetzt. 450 Millionen Euro davon fließen direkt auf der Theresienwiese, neben den Bierzelten sind die unzähligen Fahrgeschäfte, Karussells, Los- und Imbissbuden der zweite Umsatztreiber.

Das letzte Bier gibt es um 22:30 Uhr

Weitere gut 200 Millionen Euro lassen vor allem die auswärtigen Gäste außerhalb des Oktoberfestbesuchs etwa bei Taxifahrten oder Einkäufen in der Stadt - und weitere gute 300 Millionen Euro kassieren die Hoteliers. So muss tief in die Tasche greifen, wer jetzt noch ein Zimmer sucht. Für eins der wenigen noch freien Doppelzimmer in einem durchschnittlichen Hotel im Stadtzentrum werden am zweiten Oktoberfestwochenende 220 Euro pro Nacht fällig. Immerhin können die Zimmer ausgiebig zum Schlafen genutzt werden: Das letzte Bier gibt es um 22:30 Uhr, um 23:30 Uhr werden alle Zelte geschlossen - auch das ist alte Tradition. (mit AFP)

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