Welt : Olympiasieger Steiner enttäuscht

Urteil im Prozess um den Tod seiner Frau

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„Dieser schwarze Punkt wird bleiben.“ Matthias Steiner im Gericht. Foto: ddp

Heidelberg - Nach dem Unfalltod der Ehefrau von Olympiasieger Matthias Steiner ist ein Autofahrer zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten verurteilt worden. Das Amtsgericht Heidelberg sprach ihn am Mittwoch der fahrlässigen Tötung für schuldig und ließ außerdem den Führerschein des 57-Jährigen für sechs Monate einziehen.

Zudem muss der Mann 2400 Euro Geldbuße zahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Verteidigung hatte Freispruch gefordert. Nach Überzeugung des Gerichts hat der 57-Jährige den Unfall verursacht, weil er unaufmerksam und zu schnell gefahren war. Was allerdings genau den Unfall verursachte, blieb auch beim Prozess im Dunkeln. Der Mann sagte aus, sich nicht erinnern zu können. Sein Jeep war auf gerader Strecke frontal in den Kleinwagen von Susann Steiner gerast. Die 22-Jährige starb an den Folgen schwerer innerer Verletzungen.

Steiner, der als Nebenkläger auftrat, zeigte sich nach dem Prozess enttäuscht über das Verhalten des Fahrers. „Es ging mir um eine Entschuldigung und die Erklärung, wie es zu dem Unfall kam“, sagte der Sportler. „Beides habe ich nicht erhalten.“ Der Gewichtheber hatte bei den Olympischen Spielen in Peking für Begeisterung und weltweite Rührung gesorgt: Mit der Goldmedaille um den Hals hatte Steiner ein Foto seiner Frau immer wieder geküsst.

Das Urteil des Gerichts wollte der 26-Jährige nicht kommentieren. „Das ist angemessen. Aber darum ging es mir nicht“, betonte Steiner. Er habe wissen wollen, warum der Jeep in den Wagen seiner Frau Susann raste. „Das habe ich nicht bekommen. Dieser schwarze Punkt wird immer bleiben.“ Besonders tragisch an dem Unfall ist laut Richterin, dass Susann Steiner laut Gutachter das Unglück hätte überleben können, wenn der 57-Jährige langsamer gefahren wäre. dpa

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